Anleitung für die Winterbehandlung

Inhalte - Termin 2 In der brutfreien Zeit im Winter findet nochmals eine Behandlung gegen die Varroa-Milbe statt. Die Behandlung dient dazu, das Bienenvolk möglichst Varroen frei zu bekommen, um ihnen einen guten Start in das nächste Bienenjahr zu ermöglichen. Auch wenn dieser Status – Null Milben – nicht vollständig zu erreichen ist, ist eine Winterbehandlung empfehlenswert. Je weniger Milben zum Start ins neue Bienenjahr noch vorhanden sind, desto flacher steigt deren Populationskurve wieder an und die Bienen können sich besser entwickeln.

Zwei Behandlungsmethoden

Es gibt zwei Behandlungsmethoden, auf die wir hier eingehen wollen:
  • Bei der Winterbehandlung kommen organische Säuren zum Einsatz.
  • Oxalsäure träufeln 3,5% 30-50ml
  • Milchsäure sprühen 15% 8ml je Wabenseite
  • Die Behandlung erfolgt im Winter bei Brutfreiheit bis zum 31.12.
Zur Behandlung sollten die Bienen keine Brut haben. Wann sind meine Bienen brutfrei?Die Behandlungsmethoden wirken NICHT in die Brut. Es ist also wichtig, dass deine Bienen brutfrei sind. Das musst Du durch eine Durchsicht deiner Bienen prüfen. Auch ist es möglich, die Temperatur mit einem Thermometer (z.B. Flüssigkeitsthermometer) im Bienensitz zu messen. Liegt sie unter 25°C, kann davon ausgegangen werden, dass nicht gebrütet wird (siehe QUELLEN unten *). Es galt die allgemeine Einschätzung, dass die Königin mit dem ersten Frost aufhört, Eier zu legen und in der Folge eine Brutpause statt findet. 21 Tage nach dem ersten Frost sollte also rechnerisch Brutfreiheit herrschen und ein guter Zeitpunkt für die Behandlung sein. Viele Imker haben aber in den letzten 3 Jahren, in denen wir sehr milde Winter  fast gänzlich ohne anhaltende Frostperioden hatten, beobachtet, dass einzelne Bienenvölker keine Brutpause einlegen.Die Empfehlungen wie dann zu Verfahren ist, sind unterschiedlich. Eine Empfehlung lautet, die verbleibende Brut bei der Durchsicht auf zu kratzen und einen Tag später die Behandlung wie geplant durchzuführen. Eine andere Möglichkeit kann es sein, die kleinen eventuell vorhanden Brutflächen auszuschneiden und zu entsorgen, um Brutfreiheit herzustellen. Es scheint derzeit nicht ganz klar, ob kleine Restbrutflächen von maximal 2000 Zellen den Behandlungserfolg überhaupt negativ beeinflussen. Das entspräche einer Restbrutfläche von 2-3 Handflächen.
Insgesamt heisst das, die Behandlung sollte möglichst bei Brutfreiheit durchgeführt werden. Die Behandlung ist allgemein empfohlen, auch wenn keine vollständige Brutfreiheit zu beobachten sein sollte.Die Behandlung muss bis zum 31.12. eines Kalenderjahres erfolgt sein, da der Honig sonst nicht als Lebensmittel verkehrsfähig ist. Das ist besonders zu beachten, wenn man Honig abgibt oder verkauft.
Ausrüstung für die jeweilige Behandlungsmethode

Ausrüstung für die jeweilige Behandlungsmethode

Wie sehen die Behandlungsmethoden aus?

Oxalsäure 3,5% – Träufeln: Die Oxalsäure kann als fertiges Produkt zum Anmischen gekauft werden (siehe QUELLEN). Die Verpackungseinheit bietet es an, sich mit anderen zusammen zu tun und den Inhalt zu teilen: Stichwort BienenBox Stammtisch. Zur Behandlung benötigst du eine Spritze mit Aufsatz. Die Lösung wird warm in die Wabengassen auf die Bienen in der Wintertraube aufgeträufelt. Der Aufsatz verlängert die Spitze und hilft, gezielt in die Wabengassen zu dosieren. Je nach Grösse des Bienenvolkes brauchst du 30-50ml. Für die Behandlung ist es günstig, wenn die Bienen dafür in der Wintertraube sitzen und die Aussentemperaturen bei etwa 4°C liegen. Sie erfolgt nur einmal und bei der Behandlung müssen keine Rähmchen gezogen werden. Für diese Methode in der BienenBox spricht, dass zur Behandlung selbst nur ein minimaler Eingriff in das Bienenvolk nötig ist.Milchsäure 15% – Sprühen: Milchsäure in der entsprechenden Konzentration kann man z.B. in der Apotheke bestellen. Du benötigst eine Sprühflasche. Diese sollte einen sehr feinen Sprühnebel erzeugen können. Starke Tröpfchenbildung mindert den Behandlungserfolg. Für die Behandlung sind Temperaturen um die 9°C empfehlenswert. Die Bienen sitzen nicht dicht in einer Wintertraube. Die Rähmchen werden gezogen und der aufsitzende Bienenteppich wird besprüht mit etwa 8ml pro Wabenseite. Die Benetzung sollte an Morgentau erinnern. Probiere vorher aus, wieviele Sprühstösse dafür mit deiner Sprühflasche erforderlich sind. Die meisten Milben werden bereits mit dem ersten Sprühen geschädigt. Da die Milchsäurebehandlung selbst aber als gut bieneverträglich gilt, ist die allgemeine Empfehlung sie zu wiederholen.Beide Verfahren zeigen eine Wirksamkeit von 90-95%.

Je nach Witterungsverlauf – und das trifft insbesondere auf die letzten drei Winter zu – ist es gut, beide Methoden zu kennen und vorbereitet zu sein. Bei milden Temperaturen passt eher die Milchsäurebehandlung. Nach Dauerfrostperioden, wenn die Temperaturen wieder leicht über 0°C liegen, passt die Behandlung mit Oxalsäure besser. Uns muss klar sein, dass Bienen, die den Anschluss an die Wintertraube verlieren, sterben. Dringend also Aussentemperatur beachten und immer vorsichtig arbeiten.

Auf unsere Webseite www.bienenbox.de findest du unter Jahresablauf weitere Infos. 

Quellen:

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