Flow hive: Ein Bienenstock zum Anzapfen?

Ein Traum wird wahr? Einfach den Hahn aufdrehen und der Honig fließt direkt aus den Waben in den morgendlichen Latte Macchiato. Diese Idee stammt von zwei einfallsreichen Australiern. Mit dem Projekt Flow Hive betreiben sie seit einigen Wochen eine Crowdfunding-Kampagne und sind damit bisher überaus erfolgreich: Über 8 Millionen US-Dollar Unterstützung haben sie schon eingesammelt.

Die große Nachfrage ist beeindruckend und nachvollziehbar, denn der Showeffekt rund um den Honig direkt aus den Waben ist unverkennbar. Natürlich fragt man sich, wie funktioniert der Flow Hive? Der Bienstock der Australier besteht aus Plastikwaben, die von den Bienen befüllt werden. Mit Hilfe einer mechanischen Funktion werden die Waben aufgebrochen und der Honig kann über einen Hahn ausfließen. Eine verlockende Idee, auch wenn wir der Ansicht sind, dass Bienen artgerecht gehalten werden sollten. Allein schon der gesunde Menschenverstand legte nahe, dass es unmöglich gut sein kann, wenn ein großer Teil ihres Organismus aus Plastik besteht. Studien haben bis bestätigt. Die Waben sind ein integraler Bestandteil eines Bienenvolks und diesen können und sollen sie selbst erschaffen, wie sie es für richtig halten.

Und der der Clou mit dem Zapfhahn? Obwohl er verlockend scheint, so stellen wir uns die Frage, ob dieser abseits des Show-Effekts einen weiteren Mehrwert besitzt. Die Honigernte stellt gegenüber anderen Arbeiten im Jahr, kein großes Arbeitspensum dar. Ein Blick in die Bienenbehausung, um den Vorrat der Bienen für den Winter abzuschätzen ist stets Mitte Juli fällig. Dabei den überschüssigen Honig herauszunehmen, stellt einen marginalen Mehraufwand dar. Um sicher sicher zu gehen , dass es  ihren Schützlingen gut geht, öffnen verantwortungsvolle*r Imker*in ihre Bienenbehausung von Zeit zu Zeit. Die Argumentation der Flow-Hive Erfinder, dass mit dem Hahn weniger Stress für die Bienen produziert würde, ist somit ebenfalls hinfällig.

Am Ende ist das wirklich Bedenkliche am Flow Hive jedoch die Einstellung, dass es nicht darum geht ein Bienenvolk mit Verantwortung zu halten, sondern primär an den goldenen Saft zu kommen.  Der Showeffekt ist dabei erstaunlich hoch, allein für diesen und einen gesüßten Latte Macchiato würden wir es dennoch mal ausprobieren.

Habt frohe Ostern!

Die Crowdfunding Kampagne von Flow Hive findet ihr: hier

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12 Kommentare

  1. Luna
    Luna
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    | Antwort

    ich wollte euch noch mal auf folgenden interessanten post zu das flow hive hinweisen: http://www.mellifera.de/blog/mellifera-blog/flow-hive.html
    ich hatte das schon mal hier geschrieben. dann war es plötzlich gelköscht. und auch die anderen kommentare…? da war noch eine frage, die mich auch interessiert. jemand hatte nach der studie gefragt, die du erwähnst. die würde mich auch sehr interessieren!

    1. Stadtbienen
      Stadtbienen
      zu

      Danke für den Link!

  2. Stadtbienen
    Stadtbienen
    zu
    | Antwort

    Hallo Luna, danke für deinen Kommentar und den Link. Wir hatten vergangene Woche ein neues Kommentar-System (disqus) eingerichtet, deswegen erscheinen die beiden Kommentare leider nicht mehr. Ein bisschen doof, aber technische ging das leider nicht anders.

    Hier ist der Link zum PDF einer Studie:
    http://ilarrdec.mmsu.edu.ph/manuals/PLASTIC_OR_WAX_final_flyer.pdf

    Viele Grüße

    1. Luna
      Luna
      zu

      mein englisch ist nicht so gut aber in dem pdf geht es doch nur um die frage, ob plastikwaben wirtschaftlicher sind als waxwaben und der vergleich ist gemacht worden, weil man gerne platikwaben einsetzen will. oder verstehe ich das nicht richtig? ich habe nichts darin gefunden was mit bienengesundheit oder so zusammen hängt :-/

    2. Stadtbienen
      Stadtbienen
      zu

      Hallo Luna,
      entschuldige, dass wir jetzt erst schreiben. Wir haben gerade ganz schön viel um die Ohren. Du hast Recht, der Artikel schnitt die Thematik nur an. Im folgenden grundlegenden wissenschaftlichen Artikel von Seeley, Reich & Tautz wurde herausgefunden, dass Plastikwaben die Bienen-Kommunikation bei bestimmten Frequenzen einschränken. Den Artikel findest du hier:
      https://hal.archives-ouvertes.fr/hal-00892160/document
      Viele Grüße

    3. Luna
      Luna
      zu

      du willst mich wohl veräppeln 😉 ich hatte doch auf den artikel von
      mellifera verlinkt, wo auch die studie genannt wird, die du mir jetzt
      als antwort auf meine frage lieferst. was soll ich denn davon halten?
      ausserdem ist beim flow hive gar nicht „der grösste teil des organismus aus plastic“ sondern nur der honigraum. ich glaube nicht, dass dort so viel kommunikation läuft

  3. wolfgang
    wolfgang
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    | Antwort

    von der Melkkuh zur Melkbiene.

  4. Johne71
    Johne71
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