Von der Balkon-Biene zum eigenen Bienenvolk: Sandras Weg vom Imkerkurs zur Wabenkunst

Links neben Sandra von @wabenkunst steht der Text "Von der ersten Sekunde an hat mich diese magische Ruhe am Bienenstock in den Bann gezogen… zack, war es um mich geschehen.”

Eine Biene landet auf ihrem Knie – ein kurzer Moment, der vieles verändert.
Was zunächst wie eine zufällige Begegnung wirkt, wird für Sandra zum Ausgangspunkt für etwas, das sie bis heute begleitet.

Heute imkert Sandra mitten in der Stadt – nach ihrem ökologischen Imkerkurs bei Stadtbienen und stets mit dem Bienenwohl im Blick. Dabei arbeitet sie mit der BienenBox und teilt ihre Erfahrungen auf Instagram unter @wabenkunst. Im Interview mit uns erzählt sie, wie ihr Weg begonnen hat, was sie im Kurs besonders überrascht hat und was sich seitdem für sie verändert hat.

Klick, Zack, Boom Der Moment, in dem alles begann

Stadtbienen:

Wo, wann und bei wem hast du deinen Imkerkurs besucht?

Sandra Mückenheim:

Im Jahr 2021 in Köln bei der tollen Referentin Elisa. An einem wundervollen Ort mitten in der Stadt.

Was hat dich dazu bewegt, einen Imkerkurs bei Stadtbienen zu machen?

Ich bin damals über einen Artikel von Gartenfräulein über ihr Projekt «Bienen auf dem Stadtbalkon» gestoßen und fand das mega spannend. Wenige Jahre später lümmelte ich auf meinem Balkon im Sonnenstuhl, eine Biene landete im Frühjahr auf meinem Knie und es hat Klick gemacht.

Nach kurzer Recherche bin ich auf die Stadtbienen gestoßen. Dann habe ich einige Kölner Imker zum Schnuppern kontaktiert, mehrere Bücher bestellt und mich kurzerhand zum Imkerkurs angemeldet.

Gab es einen Moment im Kurs, in dem du gemerkt hast: „Das ist genau das Richtige für mich“?

Von der ersten Sekunde an hat mich diese magische Ruhe am Bienenstock in den Bann gezogen. Gleich in der ersten Kurseinheit haben wir die BienenBox geöffnet. Das ruhige, fleißige Wuseln der Bienen mit all den faszinierenden Hintergrundinfos… zack, war es um mich geschehen… beeaddicted!

Ein Kurs, der mehr ist als reine Wissensvermittlung

Was hat den Kurs für dich besonders gemacht – gerne auch im Vergleich zu dem, was du vielleicht erwartet hast?

Dass es ein junges, frisches und praxisnahes Konzept ist. Die Kursunterlagen sind modern, verständlich und begleiten eine lange Zeit. Außerdem die Möglichkeiten neben der Praxis auch virtuell jederzeit unabhängig lernen zu können. Keine alten weißen Männer mit verstaubten Vereinsstrukturen, die einem ihre Welt erklären möchten. Sondern junge Teilnehmer zwischen Ende 20 und Mitte 40, die nicht nur lernen, sondern auch eine gute Zeit miteinander verbringen wollten.

Im weiteren Verlauf war natürlich auch der Austausch unter uns Rookies super hilfreich und hat empowert.

Gab es im Kurs einen besonderen Moment mit den Bienen, der dich nachhaltig berührt hat? Oder hattest du einen Lieblingsmoment? 

Da gab es wirklich viele. Besonders war sicher der Moment, erstmals eine pummelige, flauschige Drohne auf der Hand sitzen zu haben. Die Info, dass Drohnen nicht stechen können, hat natürlich das nötige Selbstvertrauen gegeben. Und zum ersten Mal eine Wabe voller Bienen und Honig hochzuhalten und den Baubienen bei ihrer Akrobatik zuzuschauen, wenn sie ihr frisches Wabenwerk erschaffen. So ist auch der Name meiner kleinen Imkerei Wabenkunst entstanden. Hach und die erste Königinnen-Sichtung… und habe ich schon vom tollen Duft erzählt, als ich erstmals in die Beute schauen durfte? Die Liste ist lang.

Vom ersten Kontakt zum eigenen Bienenvolk

Wie hat dich der Kurs darauf vorbereitet, selbstständig zu imkern?

Der Kurs ist super strukturiert und praxisnah und hat alle wichtigen Arbeiten über das Jahr abgedeckt. Die theoretischen Unterlagen und das Buch gaben die Möglichkeit, Themen nachzuschlagen.

Ich durfte ein komplettes Imker-Jahr in der Praxis begleiten und selbst Hand anlegen. Nach dem Kurs weiß man recht sicher, was wann zu tun ist und welche Möglichkeiten und Wege der Imkerei es gibt.

Auch im Nachgang hat Elisa noch Fragen beantwortet, wenn man doch mal unsicher war.

Was hat sich durch den Kurs für dich verändert, vielleicht auch über das Imkern hinaus?

Ich war so angesteckt, dass ich gleich im Jahr nach dem Kurs mit meinem ersten Bienenvolk startete. Der naturnahe Ansatz hat mich außerdem motiviert, nicht nur mitten in der Stadt zu imkern, sondern dabei auch Kinder und Senioren von der fantastischen Welt der Bienen zu erzählen.

So bin ich heute nicht nur Hobby-Imkerin, sondern engagiere mich auch ehrenamtlich in einer Grund- und Förderschule und einer Seniorenresidenz.

Man entwickelt außerdem einen komplett anderen Blick auf seine Umwelt. Ich habe gleich angefangen Wildbienen mit Nisthilfen und insektenfreundlicher Bepflanzung zu unterstützen, Bienentränken installiert und generell eine Faszination zu vielen in Staaten lebenden Insekten entwickelt.

Sandra, in Imkerkleidung, hält eine Wabe.
In Imkerkleidung steht Sandra an der offnen Bienenbox.

Eine Begegnung, die den Blick verändert hat.

Aus der Faszination für Bienen entstand ein tiefes Verständnis für die Natur – und der Wunsch, sich für Insekten zu engagieren und diese Begeisterung mit anderen zu teilen.

Du imkerst heute mit der BienenBox – was schätzt du daran besonders?

Dass ich nicht schleppen muss und ganz normal im Stehen arbeiten kann, ohne mich zu verbiegen. Sie ist außerdem extrem hochwertig und robust. Auch nach vier Jahren sieht sie top aus. Ich musste nicht einmal streichen oder Witterungsschäden ausbessern. Das Sichtfenster war zum Start natürlich auch sehr hilfreich und begeistert besonders die Kinder. Möchte man maximalen Honigertrag, ist die BienenBox sicher nicht das richtige. Möchte man naturnah imkern, die Bienen auf eigenem Honig überwintern und Naturwaben bauen lassen, ist sie meine absolute Empfehlung.

Wenn jemand mit dem Gedanken spielt, mit dem Imkern zu starten, aber noch unsicher ist, was würdest du dieser Person sagen?

Starte mit einem Schnupperkurs von Stadtbienen. Oder frage bei einer Imkerin deines Vertrauens, ob du sie mal einen Tag lang begleiten darfst. Bienen bedeuten Verantwortung. Imkern ist ein fantastisches Hobby – aber auch Arbeit. Tolle und erfüllende Arbeit, die am meisten Spaß macht, wenn man weiß, was man tut. Ist man angesteckt, empfehle ich definitiv einen Imkerkurs zu belegen, um die Praxis zu erlernen und sicher im Umgang mit den Tieren und Anforderungen über das Bienenjahr hinweg zu werden. Das dabei aufgebaute Netzwerk wird langfristig beim Erfahrungsaustausch helfen und man findet Gleichgesinnte, die auch mal die Urlaubsvertretung übernehmen.

🐝 Leser-Tipp:
Du möchtest selbst mit dem Imkern starten? In unserem ökologischen Imkerkurs lernst du Schritt für Schritt, wie du dein erstes Bienenvolk betreust.

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