Bio-Honig vom Öko-Imker?

ökologische imkerei

Honig mit Bio-Siegel kann man mittlerweile in vielen Supermärkten kaufen. Damit Honig ,,Bio“ ist, müssen bestimmte Richtlinien eingehalten werden. Ist das der entscheidende Unterschied zwischen ökologischer und konventioneller Bienenhaltung? Und kann ökologische Imkerei wirklich ein Bio-Produkt garantieren?

Unter ökologischer Bienenhaltung verstehen wir vor allem den artgerechten Umgang mit dem Bienenvolk. Die Reinheit des Honigs allein steht hier nicht im Mittelpunkt, stattdessen achten Imker auf eine Bienenhaltung, die sich mehr dem Wesen der Biene annimmt. Das bedeutet, dass auf die natürlichen Lebensgewohnheiten der Tiere Rücksicht genommen wird. Die Behausung der Bienen besteht überwiegend aus natürlichen Materialien. Beuten mit Plastikanteilen oder anderen Kunststoffen sind nicht zulässig. Mit dem Schwarmtrieb der Bienen wird in der ökologischen Imkerei anders umgegangen: Flügel bei der Bienenkönigin zu stutzen um die Fortpflanzung zu kontrollieren ist verboten. Ein grundlegender Unterschied ist auch die Überwinterung auf dem eigenen Honig. Im Gegensatz zur konventionellen Imkerei lässt man den Bienen genug Vorrat im Stock. So haben sie auch in der kalten und blütenarmen Jahreszeit genügend Nährstoffe und müssen nicht auf Zuckerwasser zurückgreifen. Die ökologische Imkerei, wie sie BienenBoxler betreiben, ist also nicht auf maximalen Honig-Ertrag ausgerichtet.Und was ist mit dem Biosiegel auf Honiggläsern im Supermarkt? Nach welchen ökologischen Gesichtspunkten die Bienenhaltung gestaltet ist, kommt ganz auf das Siegel an. Während nach Bioland-Standard zumindest bei einem Teil der Waben Naturbau ermöglicht wird, gibt es bei EU-Bio zertifizierten Bienenstöcken gar keinen Naturwabenbau. Neben dem Ansatz die Bienen und ihre Lebensgewohnheiten besonders zu respektieren, hat auch sogenannter Bio-Honig eine andere Qualität: Es dürfen keine Rückstände von Insektiziden oder anderen chemischen Stoffen enthalten sein. Auch Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen sollte man nicht finden können.  Um reinen Bio-Honig herzustellen, dürfte es allerdings in einem Umkreis von 5 km keine konventionell-landwirtschaftlichen Flächen geben.  Dies kann natürlich kein Imker garantieren, denn der Bienenflug lässt sich nicht kontrollieren. Reinen Bio-Honig gibt es also eigentlich gar nicht.Hobby-Imker legen meistens viel Wert auf eine ökologische Bienenhaltung. Die wichtigsten Unterschiede zur konventionellen Imkerei findest du im nächsten Teil unserer Themenserie:

Zur Infoseite „Ökologische Bienenhaltung”
Dies ist eine überarbeitete Version des Artikels. Als Reaktion auf den freundlichen Hinweis von Erhard Maria Klein möchten wir hier nocheinmal betonen, dass dieser Artikel die Definition des Stadtbienen e.V. von Ökologischer Bienenhaltung darlegt. Desweiteren haben wir den Text durch zusätzliche Informationen zu den unterschiedlichen Richtlinien der Biosiegel ergänzt.Aus technischen Gründen können wir den Kommentar von Herrn Klein nur hier darstellen:Dieser Artikel wirft Begriffe und Konzepte vollkommen durcheinander und stiftet damit mehr Verwirrung, als Klarheit. Abhängig vom Bio-Label ist es keinesfalls so, dass Bio-Honig aus wesensgemäßer Bienenhaltung kommt. Auch sind dort künstliche Königinnenzucht, Mittelwände, Absperrgitter usw. nicht generell verboten. Die Demeter zertifizierte Bienenhaltung ist die einzige ökologische Bienenhaltung, die sich am Ideal der „wesensgemäßen Bienenhaltung“ orientiert. Was „ökolgische Bienenhaltung“ überhaupt sein soll, ist keinesfalls klar definiert. Da gibt es eine ganz große Bandbreite von Vorstellungen, weshalb ich den Begriff auch nicht für sehr glücklich halte. Man kann „ökologische Bienenhaltung“ aber auf keinen Fall mit „wesensgemäßer Bienenhaltung“ gleich setzen. Ausführlicher ist die Frage „was ist wesensgemäße Bienenhaltung?“ hier beschrieben: https://www.book2look.com/embed/n2gzd8EIie%26pagenum%3D1
 

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