Neuer biologischer Ansatz im Kampf gegen Varroa

Varroa Befall – Forscher setzen große Hoffnung in neue Methode der biologischen Schädlingsbekämpfung:

Photo by: Gilles San Martin from Namur, Belgium CC BY-SA 2.0Die Varroa Milbe macht der westlichen Honigbiene immer noch das Leben schwer. Versuche den lästigen Parasiten loszuwerden waren bisher vergeblich und schaden entweder dem Volk oder hinterlassen Rückstände im Honig. Nun haben Wissenschaftler der Universität Hohenheim einen neuen biologischen Ansatz entwickelt, der weder Resistenzen in der Milbe, noch Nebenwirkungen bei der Biene bzw. Brut hervorruft. Dafür wird ein Sexualduftstoff eingesetzt, den die weibliche Milbe freisetzt um paarungsbereite Männchen anzulocken. Die Forscher nutzen Ölsäure, den Hauptbestandteil des Pheromons, um die Männchen zu verwirren, und dadurch die Begattung des Weibchens zu erschweren. Bleibt eine Befruchtung aus, kann die Varroa Population im Bienenvolk deutlich reduziert werden. Auf diese Weise können Imker verhindern, dass es überhaupt zu einem starken Befall kommt. Wird dieser minimiert, wirkt sich dies vorallem positiv aus auf die Bienen, die das Volk durch den Winter bringen. Im Gegensatz zu ihren Schwestern im Sommer, leben Winterbienen deutlich länger und das Volk reagiert deshalb in dieser Zeit besonders sensibel auf Varroa Schäden.Vielversprechend ist diese Maßnahme außerdem, weil sie auch im Frühling und Frühsommer eingesetzt werden darf, der Hauptvermehrungszeit der Milben. Bei herkömmlichen Maßnahmen riskiert man Rückstände im Honig, nicht jedoch bei Ölsäure: Sie  kommt in vielen Lebensmitteln vor und ist für Mensch und Biene unbedenklich. Zur Zeit wird noch nach einem geeigneten Verfahren gesucht, wie der Duft möglichst lange in der Wabe bleiben kann. Vielleicht haben die Wissenschaftler hiermit den Grundstein gelegt für eine biologische und bienenverträgliche Bekämpfung des Milbenbefalls, die eine wesensgemäße Bienenhaltung nicht ausschließt. 

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