Der perfekte Standort

Ganz ehrlich: Deine Bienen werden an vielen Standorten klar kommen, die nicht ganz ideal sind. Dennoch solltest du versuchen, so nah wie möglich an die Lebensweise der ursprünglich waldbewohnenden Tiere heranzukommen.

Auch in der Natur finden nicht alle Völker die besten Bedingungen vor. Aber für deine eigenen Bienen hast du die Standortwahl in der Hand!

Ob die Bienenbox im Garten oder auf dem Dach steht oder am Balkon hängt, ist dabei nicht so entscheidend wie die Umgebung. In der Umgebung des Bienenstandes sollten deine Bienen genug Nahrung finden, um ausreichend Honig sammeln zu können. Im Wohngebiet oder im städtischen Raum ist dies zumeist kein Problem. Ein paar Dinge solltest du bei der Standortwahl dennoch beachten, um deine Bedürfnisse und die der Bienen zu verbinden.

Die Bienen wünschen sich…

… einen halbschattigen Standort. Morgens von der Sonne geweckt werden, im heißen Sommer am Nachmittag kühl im Schatten stehen? Das fühlt sich doch ein bisschen an wie in einem hohlen Baumstamm auf einer Waldlichtung. Umso besser, wenn dann das Flugloch in eine wetterabgewandte Richtung, also nach Osten oder Südosten zeigt. Vor dem Flugloch soll ausreichend Platz sein, damit sie ungestört ein- und ausfliegen können. Die Bienenbox solltest du aber auf jeden Fall windgeschützt aufstellen. Es gibt sogar Krankheiten wie die Kalkbrut, die durch besonders zugige Standorte begünstigt werden.

Der ideale Standort für die Bienen:

  • 50% Schatten und 50% Sonne im Tagesverlauf. Bestenfalls scheint hier die Sonne morgens an die BienenBox und ab Mittag gibt es Schatten.
  • Flugloch Richtung Osten / zu einer wetterabgewandten Seite.
  • Windschutz
  • Ausreichend Platz vor dem Flugloch

Du wünschst dir…

… dass du deine Bienen ganz einfach besuchen kannst. Vermeide Standorte, die weit weg von deinem Wohnhaus liegen, oder die umständlich zu erreichen sind.

Die Bienen sollten deine Nachbar*innen nicht belästigen, weshalb es manchmal nötig sein kann, ihre Ein- und Ausflugswege mit Hindernissen wie Hecken oder Zäunen zu lenken. Du willst vor der Box das Flugloch im Auge behalten, um leicht den Zustand des Volkes beurteilen zu können, und wünschst dir hinter der Box genug Platz, um bequem an den Bienen zu arbeiten. Außer solltest du die Bienen womöglich ein wenig versteckt aufstellen, da Vandalismus und Diebstahl von Völkern durchaus vorkommen können.

Der ideale Standort für den*die Bienenhalter*in:

  • Nah am eigenen Wohnraum / leichter Zugang
  • Weit weg von Nachbarn, die nicht mit der Bienenhaltung einverstanden sein könnten
  • Guter Blick zum Flugloch, um die Bienen beobachten zu können
  • Ausreichend Platz hinter der BienenBox, um angenehm arbeiten zu können
  • Sicher gegen Vandalismus
  • Angenehme Arbeitshöhe ohne viel bücken und strecken

Wenn es um deinen Standort geht, kannst du sicher nicht alle Punkte erfüllen. Dies ist auch nicht wichtig. Du wirst für dich und deine Bienen den richtigen Kompromiss finden.

Eine Bienenhaltung funktioniert sowohl mit mehr Sonne auf dem Dach als auch mit viel Schatten im Wald. Vergiss nicht deine Bedürfnisse, die am Ende durch mehr Freude bei der Haltung auch deinen Bienen zugute kommt!

Finden meine Bienen genug zu essen?

Deine Bienen freuen sich natürlich sehr über einen Standort, der viel Nahrung bietet. Und du wirst dich auch darüber freuen, wenn du ein paar Gläser Honig ernten möchtest. Denn nur, wenn die Immen viele Vorräte eintragen, bleibt ein Überschuss für dich übrig.

Solltest du in der Stadt imkern, hast du meist keine Probleme.

Durch die Vielfalt und Großzügigkeit des Blütenangebots in städtischen Parks, Kleingartenanlagen, Straßenbäumen, Brachflächen, Friedhöfen oder Hecken entlang von Bahnlinien entwickelt sich oft ein Eldorado für Bienen. Du kannst dann zumeist davon ausgehen, dass im Flugradius von bis zu drei Kilometern die ganze Saison über genug Futter vorhanden ist.

Ein bisschen eingeschränkter ist das Nahrungsangebot oft in den „besseren Gegenden“ der Stadt – auch wenn das eine grobe Verallgemeinerung ist. Doch einfache (und oft langweilige) Villengärten mit ihrem Rasen-Rosen-Rhododendron-Einerlei oder biologisch tote Sportplätze sind für Bienen eher unattraktiv. Hier solltest du das Umfeld ein wenig genauer unter die Lupe nehmen und schauen, ob sich im Umkreis ein paar ergiebige Futterstellen finden.

Etwas genauer solltest du im ländlichen Umfeld hinschauen.

Gerade wenn im inneren Flugradius eine aktive Landwirtschaft betrieben wird, die oft mit Monokultur und Pestizidbelastung einhergeht, lohnt es sich, andere Imker*innen im selben Flugradius nach ihrer Einschätzung der Nahrungssituation zu befragen. Eventuell kann es sein, dass du durch ein zu geringes Angebot an Blüten dazu gezwungen bist, mit deinen Bienen zu wandern bzw. sie zu füttern.

Bezüglich der Pestizide solltest du mit den umliegenden Landwirten sprechen, welche Pestizide diese einsetzen, und dass sie dir in Zukunft netterweise Bescheid geben, wenn bienengefährliche Pestizide ausgefahren werden.