„Familien schwärmen aus“ endet –
das Engagement und die Gemeinschaft bleiben.

Mit dem Abschluss der Projektlaufzeit von „Familien schwärmen aus“ endet ein intensiver gemeinsamer Weg – geprägt von Neugier, Austausch und gelebter Nachbarschaft. Über viele Begegnungen hinweg entstand ein Raum, in dem Familien gemeinsam entdeckten, lernten und Verantwortung für ihre Umwelt übernahmen.

Zusammen mit einer Gruppe von Familien erkundeten wir Berliner Grünflächen und die Bienen- und Insektenvielfalt in der Stadt. Eingeladen waren Familien in der Nachbarschaft mit und ohne Migrations- und Fluchthintergrund.
Gemeinsam beschäftigten wir uns mit den Lebensräumen von Honig- und Wildbienen in der Umgebung, um Vernetzung zu fördern und Umweltinteresse zu wecken und zu vertiefen.

Umweltschutz und gesellschaftliches Engagement

„Familien schwärmen aus” war ein partizipatorisch angelegtes Projekt, in dem die teilnehmenden Familien angeregt waren, sich selbst bei der Planung der gemeinschaftlichen Aktivitäten und bei der Auswahl von Ausflugszielen einzubringen.

Wir wollten Familien inspirieren, sich im Umwelt- und Artenschutz zu engagieren, Möglichkeiten, wirksam zu werden, zu erkennen und vielleicht sogar eigene Initiativen anzustoßen.

Im Rahmen des Projekts trafen sich die Familien regelmäßig am Wochenende, um Bienen und andere Insekten zu beobachten, sich auszutauschen, gemeinsam mit den Kindern zu basteln und die Umgebung zu entdecken. Gleichzeitig sollte das Zusammensein in der grünen Umgebung genutzt werden, um sich – von Familie zu Familie – in Ruhe auszutauschen und gemeinschaftlich weitere Ausflüge und Aktionen zu planen.

Mehrere Kinder und ein Erwachsener halten eine Kiste mit verschiedenen Gläsern - einige mit gepunkteten Deckeln, andere mit illustrierten Etiketten -, während sie im Freien neben einer roten Holzfläche ihre Bienenprojekt-Ernte präsentieren.

Standort Frieda Süd

Zentraler Treffpunkt war das Gelände Frieda Süd in Berlin-Kreuzberg am südlichen Ende der Friedrichstraße und unweit des Mehringplatzes. Das Gelände ist das Zuhause zweier Honigbienenvölker und vieler Wildbienenarten, die zum Beobachten einladen.

Als beliebter Treffpunkt in der Nachbarschaft mit kulturellen, interkulturellen und gärtnerischen Angeboten ist das Gelände der Frieda sowohl für Menschen als auch Insekten ein idealer Startpunkt, um von dort aus ausschwärmen und weitere grüne Oasen in der Stadt zu entdecken.

Die Frieda Süd war auch während des Vorgängerprojekts „Gemeinsam Imkern” ein verlässlicher Partner der Stadtbienen und wir haben uns sehr gefreut, die Zusammenarbeit auch im Rahmen von „Familien schwärmen aus” fortführen zu können.

Auch wenn das Projekt beendet ist, geht es mit dem Engagement der Familien weiter.
Die Teilnehmenden engagieren sich auch nach Projektende für Bienenvielfalt: Unsere Honigbienen sind in den Kiezgarten (Friedrichstraße 1) umgezogen und werden dort innerhalb des Stadtbienen-Projektes Mehr_Garten weiterbetreut.
Weitere Familien setzen sich auf dem Gelände der Bauhütte aktiv für bienenfreundliches Gärtnern ein.
Über eine WhatsApp-Gruppe bleiben alle in Kontakt.

Von „Gemeinsam Imkern” zu „Familien schwärmen aus”

„Familien schwärmen aus” ist aus dem interkulturellen Imkerprojekt „Gemeinsam Imkern” entstanden, das bis Ende August 2023 ebenfalls vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wurde. Mit „Familien schwärmen aus” haben wir unsere Erkenntnisse aus „Gemeinsam Imkern” praktisch angewendet.

Mit unserem Programm für Familien wollten wir explizit Frauen mit Kindern ermöglichen, das Angebot wahrzunehmen. Da wir die Anwesenheit von Kindern in den Treffen während „Gemeinsam Imkern” immer als gewinnbringend empfunden haben, haben wir für sie mit den Familien zusammen ein passendes Rahmenprogramm entwickelt, für das sich auch Erwachsene begeistern konnten.

Eine Frau und zwei Kinder füllen im Rahmen eines Bienenprojekts ein Glas mit Honig aus einem Metallspender auf einem Holztisch. Ein gelber Eimer und Honiggläser stehen in der Nähe. Die Frau lächelt und beobachtet den Vorgang.
Ein Erwachsener hilft einem Kind beim Anziehen von Schutzhandschuhen und Imkerausrüstung für das Bienenprojekt in einer Holzkonstruktion. Beide tragen gelbe Jacken und verhüllte Hüte, in der Nähe steht ein Karton.

Darüber hinaus haben wir explizit Wildbienen in den Fokus gerückt. An ihnen lässt sich sehr anschaulich verdeutlichen, wie wichtig die Stadt als Rückzugsgebiet für bestäubende Insekten geworden ist und welche Auswirkungen das auf die Artenvielfalt im Allgemeinen hat.

Zusätzlich haben wir verstärkt Ausflüge integriert, um weiterreichende Themen anzusprechen, speziellen Interessen der Gruppe und auch unserem Projektnamen gerecht zu werden.

Grundlagen des Projekts

Kontakt und Austausch

Familien mit und ohne Migrationsgeschichte kamen über das gemeinsame Interesse an Bienen und Umwelt miteinander in regelmäßigen Kontakt und Austausch.

Umweltschutz und Engagement

Für eine nachhaltige Zukunft ist der Umweltschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe essentiell. Das Programm sensibilisierte junge Menschen und Eltern für Umweltthemen und zeigte Möglichkeiten zum Engagement auf

Zusammenarbeit und Selbstwirksamkeit

Zusammen lernten die Teilnehmenden praktische Grundlagen der Bienenhaltung und kümmerten sich gemeinsam um die Honigbienenvölker auf dem Kursgelände.

Diversität und Artenschutz

Wir sensibilisierten zielgruppengerecht für Artenvielfalt und Artenschutz. An konkreten praktischen Beispielen machten wir Ökosystem-Zusammenhänge sichtbar.

Kernideen unseres interkulturellen Imkerprojekts

Zusammenarbeit und Verantwortung

Zusammen lernten die Teilnehmenden praktische Grundlagen der Bienenhaltung. In Kleingruppen übernahmen sie die Verantwortung für ein Bienenvolk über ein ganzes Bienenjahr hinweg.

Teilhabe und Partizipation

Auch über den Kurs und die Bienenhaltung hinaus hatten die Teilnehmenden vielfältige Möglichkeiten, sich für Gesellschaft und Umweltschutz zu engagieren –
zum Beispiel bei der Mitarbeit im Gemeinschaftsgarten.

Diversität und Artenschutz

Diversität und Artenschutz sind wichtige Bestandteile von Umweltschutz. Am Beispiel der Bienen wird deutlich, wie wichtig ein diverses Ökosystem ist. Diese Botschaft sollten die Teilnehmenden mitnehmen.

Umweltschutz und Umweltbildung

Für eine nachhaltige Zukunft ist der Umweltschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe essentiell. Gemeinsam Imkern sensibilisierte und zeigte Möglichkeiten zum Engagement eines jeden Einzelnen auf.

Das Projekt „Familien schwärmen aus” wurde vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Bundesprogramm „Gesellschaftlicher Zusammenhalt” von 2023-2025 gefördert.

Logo des deutschen Bundesministeriums des Innern und für Kommunales mit einem schwarzen Adler und der deutschen Flagge, mit deutschem Text, der auf die Finanzierung des Bienenprojekts durch das Ministerium aufgrund eines Beschlusses des Bundestages hinweist.
Eine einfache Strichzeichnung einer Stadtsilhouette mit einigen gelb schattierten Gebäuden, die das Bienenprojekt symbolisieren. Darunter steht ein deutscher Text: GESELLSCHAFTLICHER ZUSAMMENHALT VOR ORT. VERNETZT. VERBUNDEN.
Bildnachweis

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2 bis 4: Marie Fröhlich (Stadtbienen)