Nach mehr als zwei Jahren intensiver Zusammenarbeit, gemeinsamer Verantwortung und gelebter Nachbarschaft ist Gemeinsam Imkern erfolgreich zu Ende gegangen.
Das Projekt hat Spuren hinterlassen: in den Gärten, in den Gruppen und in den Beziehungen, die daraus entstanden sind. Wie diese Entwicklungen aussahen und welche Geschichten sie geprägt haben, zeigt der begleitende Blogartikel.
Naturerfahrung und Gemeinschaftserlebnis
Gemeinsam Imkern verband praktische gemeinsame Naturerfahrungen und einen nachhaltigen Austausch für eine erfolgreiche Integration zugewanderter Menschen in Berlin. Die Stadtbienen gGmbH führte das interkulturelle Bienenprojekt über drei Jahre hinweg durch.
Die Teilnehmenden trafen sich in Berliner Gärten und brachten jeweils unterschiedliche Hintergründe und Erfahrungen mit. Der Hauptfokus des Projekts lag auf zugewanderten Menschen mit Fluchterfahrung.
Gemeinsam übernahmen die Teilnehmer:innen Verantwortung für mehrere Bienenvölker und erlebten an diesen das Zusammenspiel von Natur und Gemeinschaft hautnah.
Bienen und Umweltbildung
Stadtbienen verfügt über langjährige und umfassende Erfahrungen in der Umweltbildung und der ökologischen Bienenhaltung. Mit dem Projekt „Gemeinsam Imkern“ wurde dieses Wissen in die Gärten und Nachbarschaften Berlins getragen und bis zum Abschluss der Durchführung um die Erfahrungswerte der Teilnehmenden erweitert.
Bienenpflege wurde praxisnah anhand der saisonalen Anforderungen innerhalb eines Bienenjahres vermittelt, und es gab viel Raum zum Austausch und zur Selbsterfahrung. Durch die ökologische Bienenhaltung wurden den Teilnehmenden komplexe Zusammenhänge zwischen Mensch und Umwelt aufgezeigt und ein Bewusstsein für Umwelt- und Artenschutz geschaffen.
Nachhaltige Zusammenarbeit in den Gärten Berlins
Gemeinsam Imkern war in Berliner Gärten verankert, die idealen Raum für Austausch und nachhaltige Zusammenarbeit boten. Ziel war es, dass die Teilnehmenden sich nicht nur im Kurs und am Kursort verorten, sondern darüber hinaus weitere Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe kennenlernten.
Unsere Gärten und Kooperationspartner
Gelände Frieda Süd des Bauhütte-Kreuzberg e.V.
Das Gelände der Frieda Süd war seit 2021 Standort für Gemeinsam Imkern.
Vier Bienenvölker fanden hier ein Zuhause, und die Projektteilnehmenden fühlten sich schnell heimisch. Durch gemeinschaftliche Umgestaltungen siedelten sich sogar Wildbienen an.
Frieda Süd wird vom Verein Bauhütte-Kreuzberg e.V. als Zwischennutzung der Brachfläche unterhalten. Der Verein kooperiert mit verschiedenen Initiativen und Netzwerken auf dem Gelände, u.a. einem Sprachcafé, dem Café Grundeinkommen und einer Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt. Teile der Fläche werden von Anwohner:innen als Grünflächen genutzt.
himmelbeet gGmbH
Die himmelbeet gGmbH war seit 2021 Bienen- und Projektstandort für Gemeinsam Imkern. Die vier hier angesiedelten Bienenvölker haben sich mitsamt den betreuenden Projektteilnehmenden leicht in den gärtnerischen Alltag eingefunden.
Seit langem ein wichtiger Gartenstandort im Wedding bietet das himmelbeet Flächen zum gemeinschaftlichen Gärtnern, ein Gartencafé, sowie eine Fahrradwerksstatt und unterschiedliche kulturelle Veranstaltungen zur Förderung des Zusammenlebens im Bezirk Wedding.
Phoenix, Mittelhof e.V.
2022 gesellte sich das Phoenix in Zehlendorf als neuer Standort hinzu. Der nachbarschaftliche Begegnungsort ist eine Kinder-und Jugendfreizeiteinrichtung sowie ein Mehrgenerationenhaus, und hat damit verschiedenste Angebote für Personen jeden Alters.
Der weitläufige Garten eignet sich hervorragend zur Bienenhaltung, und die dort angesiedelten Bienenvölker ergänzten das Angebot des Mehrgenerationenhauses während der Projektlaufzeit.
Kernideen unseres interkulturellen Imkerprojekts
Zusammenarbeit und Verantwortung
Die Teilnehmenden lernten praktische Grundlagen der Bienenhaltung und übernahmen in Kleingruppen Verantwortung für mehrere Bienenvölker.
Teilhabe und Partizipation
Über den Kurs hinaus hatten die Teilnehmenden vielfältige Möglichkeiten, sich gesellschaftlich und ökologisch zu engagieren, z. B. bei der Mitarbeit im Gemeinschaftsgarten.
Diversität und Artenschutz
Diversität und Artenschutz sind ein wichtiger Teil des Umweltschutzes. Am Beispiel der Bienen wird deutlich, wie wichtig ein diverses Ökosystem ist.
Umweltschutz und Umweltbildung
Für eine nachhaltige Zukunft ist der Umweltschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe essentiell. Gemeinsam Imkern sensibilisierte und zeigte Wege individuellen Engagements auf.
Das Projekt „Gemeinsam Imkern“ wurde durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. Zwischen 2021 und 2023 fanden jährlich mehrere interkulturelle Bienenkurse statt.
Bildnachweis
1: Header: Viesinsh via Shutterstock
2: Fotos Gemeinsam Imkern: Marie Fröhlich (Stadtbienen)

