Wildbienen: Gutes in einem schlechten System

Wildbienen - Etwas Gutes in einem schlechten System

Die Honigbiene als Postergirl für den Artenschutz

Unsere Honigbiene ist in den letzten Jahren in Mitteleuropa zum Postergirl für Artenschutz geworden. Tatsächlich hat sie viele Probleme, zum Beispiel Monokulturen, Pestizide und die Varroamilbe – glücklicherweise hat sie aber durch die Imkerschaft und aufgrund ihres volkswirtschaftlichen Wertes eine starke Lobby.

Maja, wir haben ein Problem!

Während der Bestand der gezüchteten und landwirtschaftlich betreuten Honigbiene nicht gefährdet ist, haben ihre wilden Schwestern ein Problem. Von den rund 600 Wildbienenarten, die in Deutschland heimisch sind, stehen mehr als die Hälfte auf der Roten Liste. Die meisten Wildbienen sind Spezialistinnen, die hohe Ansprüche an Futterquellen und Nistangebot haben. Weder Land noch Stadt bieten genügend geeignete Lebensräume und Nahrungsquellen – die Umstände, die den weniger wählerischen Honigbienen Probleme bereiten, treffen die spezialisierten Wildbienen umso härter. Außerdem ist ihre Lobby kleiner, da ihr volkswirtschaftlicher Nutzen stark unterschätzt wird.

“Wildbienen sind in der Regel sehr effektive Bestäuberinnen: Für die Bestäubung einer Hektare Apfel- oder Mandelbäume sind nur wenige hundert Weibchen der Gehörnten Mauerbiene […] nötig im Vergleich zu mehreren zehntausend Arbeiterinnen der Honigbiene.”
Quelle: FiBL (2016): Wildbienen und Bestäubung. Faktenblatt via fibl.org

Kulturlandschaften und Monokulturen

Arten-Einfalt durch Monokulturen

Das Prinzip der Monokultur ist wissenschaftlich überholt. Es ist schlecht für Boden, Wasser und Artenvielfalt. Forscher:innen der Universität Zürich haben herausgefunden, dass Mischkulturen langfristig ertragreicher sind – durch Monokulturen verursachte Umweltkosten noch nicht mit eingerechnet.

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Die Wildbienen und wir

Der Schutz von Honig- und Wildbienen ist unser Herzensthema. Wir wissen, dass der Begriff “Schutz” vage und vieldeutig ist, dass das Problem komplex ist, von vielen Seiten beleuchtet und kontrovers diskutiert werden kann. Bei der Gründung von Stadtbienen lag unser Fokus auf der Bereitstellung innenstadttauglicher Bienenbehausungen und der Ausbildung verantwortungsbewusster Hobby-Imker:innen. Wer einen Imkerkurs bei Stadtbienen absolviert, kann am Ende selbstständig Honigbienen halten.

Der wichtigere Bildungsauftrag ist aber der weniger greifbare: Menschen lernen bei uns die Biene kennen und lieben. Sie werden für die größeren ökologischen Zusammenhänge sensibilisiert und sie schulen ihre Achtsamkeit mit der Natur.

Wir glauben fest daran, dass die Sinneseindrücke, Emotionen und Aha-Erlebnisse, die im Imker-Jahreskurs erlebt werden, das Bewusstsein für das große Ganze schärfen. Für alle, die auch für Wildbienen im eigenen Garten etwas tun möchten, haben wir seit Frühjahr 2020 ergänzend unsere WildbienenBox im Angebot.

Honigbiene auf der Hand

Bienen kennenlernen bedeutet, fasziniert sein und etwas fühlen

Die engagierten Teilnehmer:innen unserer Imkerkurse, die offen sind und sich mitreissen lassen, gehen mit weit mehr als einer Urkunde und einer neuen Fertigkeit nach Hause.

Die WildbienenBox – ein Beitrag zur Artenvielfalt vor deiner Haustür

Mit der WildbienenBox von Stadtbienen schaffst du Nistplätze für gefährdete Wildbienenarten – in deinem Garten und auf dem Balkon, in der Stadt und auf dem Land. Die WildbienenBox bietet zum Beispiel Maskenbiene, Mauerbiene, Scherenbiene, Löcherbiene und Blattschneiderbiene ein Zuhause. Das herausnehmbare Brutkino gewährt dir dabei einmalige Einblicke in die Niströhrchen – so kannst du verfolgen, was im Inneren passiert, und wie die Brut sich entwickelt. Der mitgelieferte Gitterrahmen kann flexibel angebracht werden und schützt die Bewohnerinnen vor hungrigen Vögeln.

Die WildbienenBox von Stadtbienen

Ein Projekt für die ganze Familie

Mit der WildbienenBox können schon junge Bienenfans lernen, dass jede:r einen kleinen Beitrag zur Artenvielfalt leisten kann.

Bienenfreundlicher Lavendel für die Wildbienen

Bienenfreundliche Pflanzen

Im Dach ist ein Blumentopf eingelassen, der mit Trachtpflanzen bestückt werden kann. Die Kinder haben sich für Lavendel entschieden.

Wildbienen können nicht stechen, deshalb eignet sich die WildbienenBox gut für Standorte, an denen Mensch und Biene sehr nah zusammen leben. Sie muss nicht betreut werden, du kannst dich also entspannt zurücklehnen und beobachten. Ins Dach der WildbienenBox ist ein Blumentopf eingelassen. So kannst du deine sechsbeinigen Gäste die ganze Saison über mit einem dekorativen und bienenfreundlichen Pflanzen-Buffet versorgen

Die WildbienenBox im Überblick

  1. Niströhrchen speziell für solitär lebende Wildbienen
  2. Anschauliches Brutkino für große und kleine Bienenfans
  3. Blumentopf im Dach für bienenfreundliche Pflanzen deiner Wahl
  4. Variabel zum Aufhängen oder Hinstellen
  5. Unkompliziert: Die Wildbienen kommen von ganz allein und müssen nicht versorgt werden
Das Brutkino begeistert große und kleine Bienenfreunde

Faszinierendes Brutkino

Eine Plexiglasscheibe im herausnehmbaren Brutkino offenbart, was gerade in den Niströhrchen passiert.

Die Mauerbiene

Eine potenzielle Bewohnerin: Die Mauerbiene

Die Mauerbiene ist eine effektive Bestäuberin. Sie gehört in Deutschland zu den häufigsten solitär lebenden Gattungen.

Die Sache mit dem guten Ding und der Weile

Der erste Entwurf unserer WildbienenBox entstand im Jahr 2016 aus der Masterarbeit eines Dresdner Designstudenten. Das Konzept: Nahrungsquelle und Nisthilfe in einem ansprechenden Design vereinen. Es gibt viele Nisthilfen, die aufgrund falscher oder schlechter Verarbeitung nicht von Wildbienen oder anderen Insekten angenommen werden. Mit der WildbienenBox verfolgen wir den Anspruch, ein fachlich geprüftes und qualitativ hochwertiges Produkt auf den Markt zu bringen. Nach vielen Testläufen, Prototypen und Anpassungen konnten wir im Frühjahr 2020 endlich die erste Charge an Bienenfreund:innen ausliefern. Wir freuen uns, dass wir die WildbienenBox auch im Frühjahr 2021 wieder in limitierter Stückzahl anbieten können.

Nur was wir kennen, können wir schützen

Fakt ist, dass die Probleme, die Honigbienen, Wildbienen und andere heimische Insektenarten gefährden, systemischer Natur sind. Nur eine Gesellschaft, die sich dieser Probleme und ihrer ökologischen und politischen Ursachen bewusst ist, will und kann nachhaltige Lösungen dafür finden. Wir als Stadtbienen begreifen unsere Arbeit als Puzzleteil in einem großen Bild. Mit unseren Kursen und Produkten schaffen wir erlebbare Angebote, die Menschen auf individueller Ebene einen Zugang zur Bienenwelt auftun.

Als Verein und Sozialunternehmen stehen uns Möglichkeiten offen, die Individuen nicht haben. Deshalb streben wir danach, immer besser zu werden. Im Moment erarbeiten wir Angebote für Unternehmen zu Erhalt und Schaffung von Lebensräumen für Wildbienen.

Wir hoffen, dass die Begeisterung unserer Kursteilnehmer:innen und Kund:innen überschwappt – auf andere Lebensbereiche und in den Freundeskreis, vielleicht auf Konsumentscheidungen und politische Überzeugungen.

Mit der WildbienenBox leistest du einen Beitrag zur Artenvielfalt vor deiner Haustür! Außerdem unterstützt du Stadtbienen e.V., damit wir weiter an unserem ambitionierten Ziel arbeiten können: dem Schutz von Honig- und Wildbienen.

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Bildnachweis

Hummel: Lukasz Niescioruk via Unsplash
Felder-Vogelperspektive: Thomas Richter via Unsplash
Rapsfeld: sergeOn via Unsplash
Biene auf der Hand: Fabian Keller via Unsplash

Kinder mit der WildbienenBox: Jan Liedtke
Gehörnte Mauerbiene: Fritz Geller-Grimm via Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

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