Varroamilben: So gelingt die Winterbehandlung

BienenBox im Winter

In der brutfreien Zeit im Winter findet nochmals eine Behandlung gegen die Varroamilbe statt. Die Behandlung dient dazu, das Bienenvolk weitestgehend von den Parasiten zu befreien, um ihm einen guten Start in das nächste Bienenjahr zu ermöglichen.

Es ist unwahrscheinlich, dass man alle Varroamilben erwischt. Trotzdem ist die Winterbehandlung unbedingt empfehlenswert. Je weniger Milben im Frühjahr noch im Volk sind, desto flacher steigt ihre Populationskurve wieder an – die Bienen haben eine bessere Chance, sich gut zu entwickeln.

Zwei Behandlungsmethoden

Zwei Methoden zur Varroabehandlung im Winter wirst du in diesem Beitrag kennenlernen. Bei beiden kommen organische Säuren zum Einsatz.

Organische Säuren zur Winterbehandlung im Überblick:

  1. Oxalsäure: 3,5%, 30-50ml, wird geträufelt
  2. Milchsäure: 15%, 8ml pro Wabenseite, wird gesprüht

Die Behandlungsmethoden wirken NICHT in die verdeckelten Brutwaben, wo die Varroamilben sich fortpflanzen. Es ist deshalb wichtig, dass deine Bienen brutfrei sind. Ist zum Zeitpunkt der Behandlung viel Brut im Volk, hast du dein Bienenvolk am Ende vielleicht ganz umsonst behandelt.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Winterbehandlung: Brutfreiheit!

Man geht davon aus, dass die Königin mit dem ersten Frost aufhört Eier zu legen – es beginnt eine Brutpause. 21 Tage nach dem ersten Frost sollte also rechnerisch Brutfreiheit herrschen und ein guter Zeitpunkt für die Behandlung sein. In den vergangenen Jahren waren die Winter ungewöhnlich mild und nahezu ohne anhaltende Frostperioden. Imker*innen haben in diesen milden Wintern beobachten können, dass vereinzelt Bienenvölker keine Brutpause einlegen.

> Lesetipp: Brutfreiheit im Bienenvolk erkennen

Was tun bei milden Wintern ohne Brutpause?

Es kursieren verschiedene Empfehlungen, wie bei fehlender Brutfreiheit vorzugehen ist. Eine Empfehlung lautet, die verbleibende Brut bei der Durchsicht aufzukratzen, um die Varroen in den verdeckelten Brutzellen freizulegen, und einen Tag später die Behandlung wie geplant durchzuführen.

Alternativ kann man eventuell vorhandene Brutflächen ausschneiden und entsorgen, um Brutfreiheit künstlich herzustellen. Erfahrungsgemäß scheinen kleine Restbrutflächen von maximal 2000 Zellen (~ zwei bis drei Handflächen) den Behandlungserfolg nicht maßgeblich zu beeinflussen.

Die Behandlung muss bis zum 31. Dezember erfolgt sein, da der Honig des Folgejahres sonst nicht als Lebensmittel verkehrsfähig ist. Das ist besonders zu beachten, wenn man Honig abgibt oder verkauft.

Die Behandlung mit Oxalsäure

Die Oxalsäure kann als fertiges Produkt zum Anmischen gekauft werden, zum Beispiel hier. Sie kommt meistens mit zu viel Inhalt für den*die Hobby-Imker*in mit wenigen Bienenstöcken – sprich dich doch in deinem Netzwerk ab, um Kosten zu teilen und nichts zu verschwenden!

Zur Behandlung benötigst du außerdem eine Spritze mit Aufsatz. Damit wird die Oxalsäurelösung warm in die Wabengassen auf die Bienen in der Wintertraube aufgeträufelt. Der Aufsatz verlängert die Spitze und hilft, gezielt in die Wabengassen zu dosieren. Je nach Größe des Bienenvolkes brauchst du 30 bis 50ml. Für die Behandlung ist es günstig, wenn die Bienen dafür in der Wintertraube sitzen und die Außentemperatur bei etwa 4°C liegt.

Eine Wiederholung der Behandlung ist nicht notwendig. Es müssen keine Rähmchen gezogen werden. Für diese Methode in der BienenBox spricht, dass zur Behandlung selbst nur ein minimaler Eingriff in das Bienenvolk nötig ist.

In diesem Video demonstriert uns Stadtbienen-Gründer Johannes an seiner BienenBox die Oxalsäurebehandlung.

Die Behandlung mit Milchsäure

Milchsäure in der benötigten Konzentration (15%) kann man z. B. in der Apotheke oder im Imkerfachhandel bestellen. Du benötigst außerdem eine Sprühflasche, die einen sehr feinen Sprühnebel erzeugen kann – starke Tröpfchenbildung schmälert deine Erfolgschancen.

Für die Behandlung sind Temperaturen um die 9°C (und aufwärts) empfehlenswert, da die Bienen bei diesen Temperaturen noch nicht dicht in der Wintertraube sitzen. Die Rähmchen werden gezogen und der aufsitzende Bienenteppich wird mit etwa 8ml pro Wabenseite besprüht.

Die Benetzung sollte an Morgentau erinnern. Probiere vorher mal aus, wie viele Sprühstöße dafür mit deiner Sprühflasche erforderlich sind! Die meisten Milben werden bereits mit dem ersten Sprühen geschädigt. Da die Milchsäurebehandlung selbst aber als gut verträglich für die Bienen gilt, ist die allgemeine Empfehlung, sie nicht nur einmalig durchzuführen, sondern zu wiederholen.

Für beide Methoden gilt:

  1. Wähle die Behandlungsmethode dem Wetter entsprechend aus!
  2. Prüfe dein Bienenvolk auf Brutfreiheit!
  3. Arbeite im Sinne der Bienen vorsichtig und zügig!

Im besten Fall bist du auf beide Methoden vorbereitet, um eine dem Witterungsverlauf entsprechende Behandlung durchzuführen. Bei milden Temperaturen passt eher die Milchsäurebehandlung. Nach Dauerfrostperioden, wenn die Temperaturen wieder leicht über 0°C liegen, empfiehlt sich eher die Behandlung mit Oxalsäure.

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