Einlogieren eines Bienenschwarms

Du hast einen Bienenschwarm und möchtest ihn in sein neues Zuhause einziehen lassen? Wir verraten dir, welche Möglichkeiten du hast und was du beachten solltest.

Brut im April

Einlogieren eines Naturschwarms

Wenn der Naturschwarm am selben Tag eingefangen wurde, stellst du das Bienenvolk an einen Ort, der dunkel, leise und kühl ist. Deine Bienen trennen sich somit von ihrem alten Platz und bereiten sich auf ihren Einzug vor (“Kellerhaft”). Am nächsten Tag (abends) werden die Bienen wieder aus der Kellerhaft befreit und in die BienenBox gebracht (“einlogieren”).

Die BienenBox sollte jetzt fest an ihrem Ort stehen bleiben, denn sobald die Bienen in der Behausung sind, werden sie bei einer Positionsänderung das Flugloch nicht mehr finden. Ebenfalls muss deine BienenBox eben (im Lot) stehen, weil die Bienen ansonsten ihre Waben nicht zentral in den Rähmchen bauen.

  • Am Anfang verschließt du den Boden der BienenBox und dein Flugloch mit einem Stück Klebeband, Schaumstoff oder der Fluglochverkleinerung. Dann hängst du 15 leere Rähmchen in die BienenBox ein, die du auf der fluglochfernen Seite positionierst. Die Bienen werden auf der Seite des Flugloches in die Behausung einlogiert (eingeschlagen).
  • Gib hierfür der Schwarmkiste einen kräftigen Ruck und die Bienentraube wird in die Behausung fallen.
  • Nachdem die Bienentraube in die BienenBox gefallen ist, nimmst du die 15 Rähmchen und schiebst diese Richtung Flugloch. Falls die Bienenmasse auf dem Gitter der BienenBox zu groß ist um die Rähmchen zu schieben, kannst du diese auch erneut auf der Fluglochseite einhängen und sie langsam in die Bienenmasse gleiten lassen. Das Rähmchenpaket schließt am Ende mit dem Trennschied ab. Wichtig ist hierbei, dass die Rähmchen schon dicht aneinander liegen. Eventuell musst du die Bienenmasse, die auf dem Gitter liegt, ein wenig verteilen, um die Rähmchen positionieren zu können. Nutze hierfür einen Löffel.

frisch einlogiert

16 Rähmchen Richtung Fluglochseite schieben

  • Lege den Jutestoff über die Rähmchen und verschließe die BienenBox mit dem Deckel. Mit einem feuchten Bienenbesen kannst du Bienen auf dem Rand der BienenBox vor dem Schließen entfernen.
  • Entferne gleich wieder das Klebeband bzw. die Fluglochverkleinerung und stelle danach die temporäre Bienenbehausung (Schwarmkiste) auf den Deckel der BienenBox. Die restlichen Bienen werden den anderen folgen und über das Flugloch zur Königin in das Innere der Box fliegen.

Schwarmkiste auf die Box legen

Was passiert nun in der BienenBox?

Die Bienen werden beginnen, ihren Raum in der Box zu erkunden, und sich als Traube im oberen Bereich der Rähmchen zu sammeln. Nach einem Tag werden die Bienen eine feste Position in den Rähmchen haben. Öffne deine BienenBox nach 24 Stunden, entferne das Jutetuch und du wirst sehen, dass die Bienen nur einen Teil der Rähmchen besetzen. Jetzt entfernst du alle Rähmchen, auf denen die Bienentraube nicht sitzt, und behältst bzw. schiebst das besetzte Rähmchenpaket auf die Seite des Fluglochs (– abschließend bleibt das Trennschied).

Einen Tag nach dem Einlogieren sitzen die Bienen
in einer Traube in der Behausung

Nicht besetzte Rähmchen solltest du jetzt entfernen

Als letztes hängst du das Trennschied ein.

Einlogieren eines Kunstschwarms

Ein Kunstschwarm kommt zu dir mit einer separaten Königin, die sich zumeist in einem kleinem Käfig befindet. Dieser Käfig ist verschlossen und hängt mitten in der Schwarmkiste. Bekommst du deinen Kunstschwarm in ausreichender Größe (mind. 2kg) und bis Anfang Juni, benötigst du keine Mittelwände und kannst die folgende Erläuterung ohne die eingesetzten Mittelwände durchführen. Bekommst du jedoch deinen Schwarm nach Anfang Juni, haben deine Bienen nicht mehr so viel Zeit, sich ihr eigenes Wabenwerk zu bauen, und benötigen von dir Unterstützung in Form von Mittelwänden, in die du zuvor die Rähmchen einlöten musst.

  • Bereite zehn Rähmchen mit Mittelwänden vor. Die Mittelwände findest du im Imkerfachhandel.
  • Am Anfang verschließt du den Boden der BienenBox und dein Flugloch mit einem Stück Klebeband, Schaumstoff oder der Fluglochverkleinerung. Dann hängst du die zehn Rähmchen mit Mittelwänden in die BienenBox ein, die du auf der fluglochfernen Seite positionierst. Die Bienen werden auf der Seite des Flugloches in die Behausung einlogiert (eingeschlagen).
  • Die Königin im Käfig wird mit einem Draht an die dritte Wabe vom Flugloch aus gesehen angebracht.
  • Bevor der Schwarm einlogiert wird, muss am Käfig der Plastikverschluss geöffnet werden. Die Königin ist nach öffnen dieses Verschlusses nicht unmittelbar frei. Die Bienen werden sich nach dem Einlogieren durch den Futterteigverschluss, der hinter dem Plastikverschluss kommt, durchessen und damit die Königin befreien.

Königinnenkäfig am Rähmchen

Einlogieren mit 10 Mittelwandrähmchen

  • Gib zum Einlogieren der Schwarmkiste einen kräftigen Ruck und die Bienentraube wird in die Behausung fallen.
  • Nachdem die Bienentraube in die BienenBox gefallen ist, nimmst du die zehn Rähmchen und schiebst diese Richtung Flugloch. Falls die Bienenmasse auf dem Gitter der BienenBox zu groß ist, um die Rähmchen zu schieben, kannst du diese auch erneut auf der Fluglochseite einhängen und sie langsam in die Bienenmasse gleiten lassen. Das Rähmchenpaket schließt am Ende mit dem Trennschied ab. Wichtig ist hierbei, dass die Rähmchen schon dicht aneinander liegen. Eventuell musst du die Bienenmasse, die auf dem Gitter liegt, ein wenig verteilen, um die Rähmchen positionieren zu können. Nutze hierfür einen Löffel.

Das weitere Vorgehen ist gleich wie beim Einbringen eines Naturschwarms. Nach ein paar Tagen solltest du die Box öffnen und den Königinnenkäfig entfernen.

Eine weitere Methode: Die Bienen einlaufen lassen

Das Einlaufen lassen ist eine schöne Art, die Bienen in ihr neues Zuhause zu bringen. Dabei läuft der ganze Bienenschwarm über ein weißes Tuch in das Flugloch deiner BienenBox. Alles in allem ist es ratsam, sich gute zwei Stunden Zeit zu nehmen, um dieses Naturschauspiel zu beobachten.

  • Wie beim Einlogieren kommen 16 leere Rähmchen in die BienenBox, die in diesem Fall gleich an der Fluglochseite eingehangen werden.
  • Der Boden sollte eingeschoben sein und das Jutetuch schon über den Rähmchen liegen.
  • Der Deckel deiner BienenBox muss geschlossen sein.
  • Du benötigst eine kleine Rampe, die zum Flugloch führt. Diese belegst du mit einem weißen Tuch.

Wie im Video der Schwarm gleich in die BienenBox kommt, wird er in diesem Fall mit einem Ruck auf das weiße Tuch befördert. Von hier an laufen die Bienen los und haben stets das Bedürfnis, nach oben ins Dunkle zu gehen. Aus diesem Grund kommt ihnen auch das dunkle Flugloch im Kontrast zum weißen Stoff sehr attraktiv vor. Wenn die Bienen nicht so ganz wissen, wo es lang geht, kannst du auch nachhelfen und mit einem Löffel bspw. ein paar Bienen schon ans Flugloch bringen, die dann den anderen „erzählen“ können, dass sie nachkommen sollen.

Allgemein ist es jetzt eine gute Gelegenheit, nach der Königin zu suchen, die zumeist über die anderen Bienen hinweg Richtung Flugloch steuert. Sobald die Königin in der BienenBox verschwunden ist, kannst du relativ sicher sein, dass die anderen nachkommen.

Einlaufen: Vorbereitung

Die Bienen beginnen, sich vom weißen Tuch in Richtung Flugloch zu bewegen

Das Einlaufen kann eine Weile dauern, ist aber faszinierend zu beobachten!

Nach einiger Zeit sind die meisten Bienen in der Behausung verschwunden

Einlogieren eines Ablegers

Mit einem Ableger kann durch einen Eingriff in ein bestehendes Bienenvolk ein neues Volk geschaffen werden. Die Bienen kommen beim Ableger nicht als “nacktes” Volk zu dir, sondern bringen ihre Waben gleich mit. Diese Methode ist in der konventionellen Imkerrei sehr beliebt.

Wenn du einen Ableger besorgst, sollte dieser ein Gesundheitszeugnis haben, welches bestätigt, dass dein Ableger frei von Krankheiten ist.

Ein Brutableger enthält zumeist…

  • zwei oder drei Brutwaben (mit aufsitzenden Bienen)
  • zwei Futterwaben (mit abgelagertem Honig)
  • eventuell eine Leerwabe, die mit Wasser bestäubt wird

Diese Kombination an Waben wird in einem kleinen Kasten (Ablegerkasten) zwischengelagert und zu deinem Standort gebracht. Wenn dein befreundeter Imker ein anderes Rähmchenmaß als das BienenBox-Maß “Kuntzsch Hoch” hat, ist die Ablegerbildung nicht auf herkömmlichem Wege möglich, sondern kann mit folgenden Herangehensweisen realisiert werden:

  • Du gibst ein paar deiner Rähmchen mit Mittelwänden< deiner befreundeten Imkerin und sie hängt sie in ihre Behausung. Dort werden die Bienen anfangen, die Waben auszubauen, und ihre Brut ablegen.
  • Du bekommst einen Ableger der Imkerin auf einem anderen Rähmchenmaß und hängst diese mit dem unten aufgeführten Prinzip des “Umwohnens” in deine BienenBox

Ein Ableger kann…

  • eine Königin enthalten: In diesem Fall können deine Bienen gleich loslegen.
  • keine Königin enthalten: In diesem Fall müssen sich deine Bienen noch eine neue Königin nachzüchten. Dadurch dauert es länger, bis die Königin bereit zur Eiablage ist.

Idealerweise bekommst du einen Ableger mit einer anhängenden Weiselzelle, die kurz vor der Verdeckelung steht. In diesem Fall würde das Rähmchen aus einem schwarmbereiten Volk stammen und bringt eine Königin mit, die noch nicht geschlüpft ist. Wenn du mit einem Ableger startest, solltest du in deinen Rähmchen Mittelwände einsetzen, um den Bienen einen guten Start zu ermöglichen.

Rähmchen mit Mittelwand

Rähmchen mit Mittelwand in der BienenBox

Besiedlung der Bienenbox durch Umwohnen

Es besteht die Möglichkeit, einen Ableger durch „Umwohnen“ zu integrieren. Dieses Verfahren wurde von Imkermeister J. E. Bremer entwickelt und wird seit einigen Jahren bei Bremer- und Golzbeuten praktiziert. Nach unseren Erfahrungen ist das Umwohnen eine Möglichkeit, jedoch nicht ökologisch, eher komplizierter und mit einem recht hohen Risiko behaftet, dass die Ansiedlung nicht funktioniert. Wir empfehlen die Variante daher nicht als erste Option.

Der Vorteil des Umwohnens besteht darin, dass ein Ableger mit maximal sieben Rähmchen völlig unabhängig vom Rähmchenmaß (DNM, DNM 1-5, Zander, ZaDant, Dadant usw.) verwendet werden kann. Außerdem bleibt unter den Rähmchen so viel freier Raum, dass bei Futtermangel auch noch eine Futterschale integriert werden kann.

Das benötigte Material:

  • 3-4 Rähmchen Kuntzsch Hoch mit Mittelwänden
  • 2 Auflageschienen aus Alu
  • 1 Absperrgitter

Die Auflageschienen können sehr einfach aus einem Aluminium U-Profil hergestellt werden, das es als Meterware in jedem Baumarkt gibt. Es genügt ein Profilmaß von 10×10 oder 12×12 mm. Zunächst werden vom U-Profil zwei Teile von je 28 cm Länge abgesägt. Von diesen Teilen werden dann 10 mm der U-Schenkel ausgesägt, sodass ein flacher Überstand entsteht:

Aluschiene

So wird die BienenBox vorbereitet:

  • Zunächst werden neun bis zwölf Rähmchen Kuntzsch Hoch eingehängt (die mittleren drei bis vier Rähmchen sollten bereits mit Mittelwänden bestückt sein. Dies ermöglicht eine schnellere Annahme des neuen Brutraums).
  • Nun wird das Absperrgitter platziert.
  • Danach werden die Auflageschienen in den Falz der Beute eingehängt. Der Abstand der Schienen richtet sich nach der Rähmchengröße des Ablegers. Die Ohren der Ablegerrähmchen sollten vollständig aufliegen.

Anordnung der Rähmchen

  • Die Ableger-Rähmchen werden nun in den vorderen Teil abgefegt, wobei unbedingt darauf geachtet werden muss, dass sich auch die Königin in diesem Bereich befindet. Danach werden die Rähmchen in den hinteren Teil eingehängt.

Was passiert nun in der BienenBox?

Ein Teil der Bienen wird bei der Königin bleiben und mit dem Ausbau der Brutwaben beginnen, der andere Teil wird durch das Absperrgitter nach hinten gehen und sich um die dort befindliche Brut kümmern. Nach spätestens 21 Tagen ist die Ablegerbrut komplett geschlüpft und die leeren Brutwaben sowie das Absperrgitter können entfernt werden. Vorhandene Futterwaben können noch eine zeitlang in der Bienenbox verbleiben. Sollte ein Futtermangel erkennbar sein, so kann unter die Ableger-Rähmchen noch eine Futterschale gestellt werden.

Umwohnen erfolgreich!

Autor: Rainer Blank

So geht’s weiter im Bienenjahr:

Die ersten Tage