Die ersten Tage mit deinen Bienen

In den ersten Tagen nach ihrem Einzug werden deine Bienen ihre neue Umgebung auskundschaften und beginnen, ihre Waben zu bauen.Du wirst dich vielleicht wundern, wie unkoordiniert die Bienen um die BienenBox fliegen. Das ist völlig normal! Die Bienen müssen sich erst einmal orientieren und untersuchen alle erdenklichen Ecken. Gib deinem Bienenvolk ein paar Tage Zeit, bis sie sich eingeflogen und wieder beruhigt haben. Falls du bedenken haben solltest, dass deine Nachbarn durch die herumfliegenden Bienen gestört werden, kannst du diese über den Einzug der Bienen informieren. Erkläre ihnen, dass die Bienen aktuell die Gegend auskundschaften, sich dies jedoch nach ein paar Tagen beruhigt und die Bienen eine Flugschneiße bilden werden. Indem du die BienenBox zumeist in Ruhe lässt, gönnst du deinen Bienen ein wenig Zeit, damit sie sich von ihrer Anstrengung erholen können.

Anmeldung beim Veterinäramt

Da du jetzt ein Bienenvolk besitzt, musst du dich beim zuständigen Veterinäramt melden. Hier wird der Standort deines Bienenvolkes registriert, und du gibst an, woher du es bekommen hast. Die Eintragung beim zuständigen Veterinäramt ist verpflichtend und zumeist kostenfrei. In manchen Bundesländern muss die Anmeldung schon vor dem Einzug der Bienen geschehen – informier dich unbedingt vorher, um Ordnungsgelder zu vermeiden!
Ebenfalls ist es in einigen Bundesländern Pflicht deine Bienen bei der Tierseuchenkasse anzumelden. 

Warum ist das wichtig?

Das Veterinäramt sorgt dafür, dass sich gefährliche bzw. meldepflichtige Bienenkrankheiten wie z.B. die Amerikanische Faulbrut nicht unkontrolliert ausbreiten können, indem sie die betroffenen Imker*innen zeitnah informieren, beraten sowie Sperrbezirke einrichten. Auch du bist bei einem Verdacht dieser Krankheit dazu verpflichtet, dich beim  zuständigen Veterinäramt oder Amtstierarzt zu melden.

Zufüttern

Sobald deine Bienen in die BienenBox einlogiert sind, werden sie mit dem Wabenbau beginnen. Um ihnen einen kontinuierlichen Futterstrom zu bieten, stellst du nach 2 Tagen in den hinteren Raum (hinter das Trennschied) eine Zuckerlösung. Wenn es nicht regnet und die Bienen ausfliegen können, werden sie die Zuckerlösung wahrscheinlich nicht anrühren, was nicht schlimm ist. Wir wollen ihnen lediglich in den ersten 3 Wochen einen guten Start garantieren. Auch wenn es viel regnet, brauchen sie nicht mehr als 2 Liter/Woche. Besonders bei Kunstschwärmen und Schwärmen, die spät im Bienenjahr (ab Mitte Juni) angefallen sind, ist eine Zufütterung sehr wichtig!

Die richtige Vorgehensweise:

Die Zuckerlösung füllst du in eine Futtertasche, die du zwischen das letzte Rähmchen und dem Trennschied in die BienenBox hängst. Auf einer Seite der Futtertasche ist ein halbrunder Ausschnitt zu erkennen, der in Richtung Flugloch zeigen muss. Ebenfalls kannst du die Zuckerlösung in ein Behältnis füllen, das hinter das Trennschied in die BienenBox passt. Es bietet sich an, einen aufgeschnittenen Tetrapak oder einen kleinen Eimer in den hinteren Raum (direkt hinter das Trennschied) zu stellen. Beides stellst du auf zwei/drei leere Rähmchen bzw. auf zwei Holzleisten, sodass das Gitter nicht belastet wird. Bei allen Methoden werden in die Lösung abgeschnittene Korkstücke oder Stroh gelegt, die für die Bienen Steighilfen bilden, damit sie nicht ertrinken können. Wenn deine Bienen Hunger haben, werden sie unter dem Trennschied hindurch krabbeln und auf der anderen Seite das Zuckerwasser aufnehmen.

Achtung: Das Jutetuch darf bei der Variante mit dem Tetrapak nicht zwischen Trennschied und Futterbehältnis sein, denn die Bienen krabbeln unter dem Trennschied hindurch und nehmen auf der anderen Seite das Zuckerwasser auf. Der Jutestoff wird deshalb mit Reißzwecken oben am Holzrand festgemacht oder über das Behältnis gespannt.

Was ändert sich bei einem späten Schwarm (ab Mitte Juli)?

Wenn du einen späten Schwarm (vor allem Kunstschwarm) bekommen hast, kann dieser im selben Jahr nicht mehr genug Nektar für die eigene Überwinterung sammeln. In diesem Fall musst du gleich beginnen, deine Bienen aufzufüttern, bis sie Ende August 15 kg Honigvorräte eingelagert haben.

Futtertasche in der BienenBox

Zufütterung mit Tetra Pak

Zuckerlösung (Rezept)

Die Zuckerlösung besteht aus einem Gewichtsteil Zucker und einem Gewichtsteil Wasser. 1 Liter Wasser wird demnach mit 1 kg Zucker vermischt. Mit lauwarmem Wasser löst sich der Zucker besser auf.

Besser vertragen die Bienen ihre Zuckerlösung, wenn du 10 % eigenen Honig hinzufügst. Benutze ausschließlich eigenen bzw. Honig von einem Imker deines Vertrauens. Honig (z.B. aus dem Supermarkt) kann Faulbrutsporen enthalten, die Amerikanische Faulbrut hervorrufen können. Den Honig erst nach Abkühlen der Lösung hinzugeben.

Rähmchen dazuhängen, Trennschied verschieben

Wann brauchst du weitere Rähmchen?

Wenn das Bienenvolk anfängt, die Rähmchen mit Waben zu füllen, arbeitet es sich langsam Richtung Trennschied vor. Wenn es dort angekommen ist und das letzte Rähmchen über die Hälfte ausgebaut wurde, müssen neue Rähmchen dazugehängt werden. Ein neues Rähmchen wird jeweils am Anfang und am Ende dazugehängt (siehe die gelben Pfeile in der unteren Abbildung). Dafür muss nicht jedes einzelne Rähmchen bewegt werden, sondern es kann auch der ganze Rähmchenblock von links nach rechts geschoben werden.

Ein guter Zeitpunkt für mehr Rähmchen

Das solltest du beachten:

  • Wenn du Rähmchen dazu hängst, sollten sie immer ganz dicht aneinandergereiht sein.
  • Es ist wichtig, dass die Waben in derselben Flucht wie das Rähmchen gebaut werden. Wenn du schon früh erkennen kannst, dass es einen Versatz gibt, kannst du die Waben noch in die richtige Position drücken (z.B. mit deinem Stockmeißel).

Rähmchen dazuhängen

Regelmäßige Kontrolle ist wichtig!

Gerade in der Anfangsbauphase (die ersten 3 Monate) lohnt es sich, ab und zu in die BienenBox zu schauen. So kannst du den Ausbau der Waben und den damit verbundenen Rähmchenbedarf kontrollieren. Wie oft sich ein Blick in die Box lohnt, hängt von der Entwicklung deiner Bienen und den damit verbundenen Wabenausbau  ab, der sukzessiver immer mehr Platz verlangt.

Gut zu wissen:

Über den Boden der BienenBox kann ebenfalls der Bauprozess begleitet werden, ohne dabei die BienenBox öffnen zu müssen. Beim Wabenbau landen kleine, weiße Wachsplättchen auf dem Boden der BienenBox. An diesen kannst du erkennen, wo die Bienen gerade ihre Waben bauen und wie viele Rähmchen schon von ihnen besetzt sind.

 

Weiselrichtigkeit prüfen

Auch wenn deine Bienen jetzt erstmal in der BienenBox sind, kann es in verschiedenen Fällen passieren, dass deine Königin verloren geht und dein Volk ohne Königin in der Box ist.

Im Grunde gibt es vier Möglichkeiten wie deine Königin abhanden kommt.

  1. Sie war nie Teil des Schwarms, weil sie beim Schwarmfang nicht mit eingefangen wurde
  2. Du hast eine unbegattete Königin (z.B. aus einem Nachschwarm), die in den ersten Tagen auf ihrem Hochzeitsflug (bei dem sie sich von Drohnen begatten lässt) verloren geht. Hierfür besteht eine 30-prozentige Wahrscheinlichkeit.
  3. Die Königin wird von ihren Schwestern umgebracht, weil sie nicht akzeptiert wird.
  4. Die Königin stirbt irgendwo beim Transport oder beim Einlogieren

Sicher kannst du erst von einer Weiselrichtigkeit ausgehen, wenn du die ersten Stifte in den einzelnen Waben bzw. verdeckelte Brut siehst. Um dies überhaupt sehen zu können, müssen die Bienen erst einmal Waben bauen. Dies kann auch bei gutem Wetter bis zu ca. drei Wochen dauern. Um die Stifte zu erkennen, musst du die Wabe gegen das Licht halten.

Stifte in den Wabenzellen

Wenn deine frische Brut ausschließlich aus Drohnen besteht, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass deine Bienen keine Königin besitzen. In dieser Situation legen nämlich die Arbeiterinnen selber Eier in die Wabenzellen. Da die Arbeiterinnen jedoch (nicht wie die Königin) ausschließlich unbefruchtete Eier legen können, entstehen auch nur männliche Bienen (Drohnen). Ein solches Volk wird als drohnenbrütig bezeichnet.

Das Volk ist drohnenbrütig

Wenn dein Volk drohnenbrütig sein sollte, gibt es leider wenig Hoffnung, außer du besorgst dir eine einzelne Königin bzw. eine Brutwabe von einem anderen Volk. Die Brutwabe aus einem anderen Bienenvolk sollte idealerweise im selbem Rähmchenmaß zu dir kommen und Stifte im Anfangsstadium beinhalten (wie du im oberen Bild „Stifte in den Wabenzellen“ erkennen kannst). Aus diesen Stiften, können sich die Arbeiterinnen in deinem Bienenvolk eine neue Königin züchten.

Probleme/Lösungen

Die Bienen sind alle auf der anderen Seite des Trennschieds

Die Bienen haben in diesem Fall schlechte Voraussetzungen für ihren Start und müssen unbedingt auf die andere Seite gebracht werden. Wahrscheinlich haben sie am Deckel ihr Wabenwerk gebaut und hängen dort als Traube. Du musst wiederum die Rähmchen auf die gegenüberliegende Seite vom Flugloch schieben und die Bienen nochmals mit dem Besen und durch Abschütteln ganz dicht an der Fluglochseite einlogieren. Entferne danach das Wabenwerk am Deckel, lege das Jutetuch darüber und verschließe den Deckel. Jetzt solltest du zufüttern.

Die Bienen bauen in den Rähmchen aber auch unter dem Deckel

Du hast wahrscheinlich zu spät neue Rähmchen dazu gehängt und die Bienen hatten deshalb zu wenig Platz. Kehre die Bienen, die unter dem Deckel sitzen, ab. (Am besten legst du den Deckel so hin, dass du die Bienen gleich auf die Rähmchen kehren kannst.) Danach entferne das Wabenwerk unten am Deckel und setze unbedingt neue Rähmchen dazu.

Die Bienen bauen ihre Waben versetzt zu den Rähmchen

Versatz der Waben

Ein kleiner Versatz zu den Rähmchen ist nicht weiter schlimm und solange du keine Probleme beim Herausziehen der Rähmchen bekommst, musst du nichts ändern. In der Anfangsphase hast du jedoch noch die Möglichkeit, die Waben wieder in die richtige Position zu drücken (mit deinem Stockmeißel).

Der Versatz wird durch eine schräge Lage der Behausung begünstigt (nochmal mit der Wasserwaage kontrollieren), und wenn die Rähmchen (bei Benutzung von Hoffmannseitenteilen) nicht direkt aneinander anliegen. Hier kommt es mit der Zeit vor, dass sich zwischen diesen Hoffmannseitenteilen Propolis oder tote Bienen ansammeln, die du mit deinem Stockmeisel entfernen kannst.

Um einen weiteren Versatz zu unterbinden, solltest du jeweils nur noch ein Rähmchen dazusetzen, öfter kontrollieren und eventuell die Waben wieder in die richtige Position drücken. Hänge dein Rähmchen auch nicht am Ende dazu, sondern zwischen zwei Rähmchen, die gerade Waben haben, vorausgesetzt diese sind nicht im Brutnest angesiedelt.

Wenn du starken Wabenversatz hast, solltest du die betroffenen Rähmchen zum richtigen Zeitpunkt entfernen.

Zur Honigernte: Hier werden die Waben sowieso aus deiner BienenBox entfernt und zerpresst.

Zur Frühjahrsdurchsicht:Hier können die Waben, die zu diesem Zeitpunkt (Anfang April) nicht von Bienen besetzt sind und keine Brut beinhalten, leicht entfernt werden. Du kannst dafür wieder leere Rähmchen dazuhängen. Die Bienen haben jetzt wieder Baukraft und bauen schnell neue (hoffentlich gerade) Waben.

Die Bienen werden mit der Zeit nicht mehr, sondern eher weniger und es entsteht ausschließlich Drohnenbrut?

Dein Volk besitzt keine Königin und ist daher drohnenbrütig. Die Königin ist entweder beim Einlogieren oder wahrscheinlicher noch beim Begattungsflug abhanden gekommen. Das Volk wird in dieser Situation keine neue Königin annehmen.

Du brauchst einen neuen Schwarm!

Wenn du diesen besorgt hast, kehrst du die restlichen Bienen aus der BienenBox raus (mach das in der Nähe der BienenBox) und bringst den neuen Schwarm in die Box. Entferne davor die alten Waben, so dass dein neuer Schwarm von vorn beginnen kann. Die Bienen, die du vorher rausgekehrt hast, werden sich beim anderen Volk einbetteln. Die Bienen können leider nicht in der BienenBox bleiben, da die Gefahr besteht, dass sie die neue Königin töten.

So geht’s weiter im Bienenjahr:

Honigernte