10 Schritte zum*zur Hobby-Imker*in

Imkerkurs bei Stadtbienen

Du interessierst dich für Bienen? Sehr gut. Du denkst darüber nach, selbst Bienen zu halten? Das ist noch besser. Du bist dir aber noch nicht ganz sicher, ob die Imkerei etwas für dich ist? Um dir den Einstieg in die Bienenhaltung zu erleichtern, haben wir diese Checkliste für Einsteiger*innen zusammengestellt. Darin haben wir die wichtigsten Punkte aufgelistet, die es auf deinem Weg in die Bienenhaltung zu beachten gibt.

Lies die Schritte aufmerksam und frage dich bei jedem Punkt ehrlich, ob du ihn erfüllen kannst. Solltest du am Ende feststellen, dass du (noch) nicht bereit für deine eigenen Bienen bist, macht das gar nichts. Es gibt genügend andere Möglichkeiten, Bienen zu unterstützen. Stell beispielsweise in deinem Garten ein Wildbienenhaus auf oder übernimm eine Patenschaft für ein Bienenvolk, die manche Imkervereine anbieten. Übrigens: Auch wenn du überzeugt davon bist, Imker*in werden zu wollen, schadet es nicht, die Checkliste durchzugehen.

1. Warum will ich Bienen halten?

Die Gründe, warum sich Menschen für die Haltung von Bienen entscheiden, sind vielfältig. Du möchtest etwas gegen das Bienensterben unternehmen? Du liebst Honig? Du freust dich auf die Naturerfahrung oder willst entspannt die Tiere beobachten? Du möchtest., dass das Obst in deinem Garten besser bestäubt wird? Sei dir deiner Motivation bewusst, denn sie wird deine Art zu imkern beeinflussen. Sei dir deiner Motivation bewusst. Das bietet die beste Grundlage für einen langfristig verantwortungsvollen Umgang mit den Bienen.

2. Bin ich bereit, Verantwortung zu übernehmen?

Du hast es mit lebendigen Wesen zu tun, um die du dich kümmern musst. Bienen haben einen natürlichen Rhythmus und sind auf dich und deine Fürsorge zu bestimmten Zeiten im Jahr angewiesen. Dafür musst du Zeit aufbringen, im Frühjahr und Sommer mehr, im Winter weniger. Bienenhaltung funktioniert an jedem Standort und mit jedem Volk etwas anders. Dessen musst du dir stets bewusst sein. Die Bienenhaltung ist ein ständiger Lernprozess. Du wirst eine Menge positiver Erfahrungen machen, doch auch Fehler gehören dazu. Aus ihnen wirst du lernen. Du wirst deinen eigenen Weg gehen, und der wird abwechslungsreich und spannend sein.

Viele Hobby-Imker*innen sind gerade am Anfang begeistert von der entschleunigenden Wirkung der Bienenbetreuung. Genieße es, deinen neuen Mitbewohner*innen zuzuschauen. Wenn du gestresst bist, merken Bienen das sofort. Nimm dir Zeit für dein neues Hobby, dann kannst du es um so mehr genießen!

3. Wie kann ich mir Wissen und Fertigkeiten aneignen?

Wir empfehlen dir eine praktische Ausbildung in Form eines Imkerkurses. Unsere Kurse sind auf die ökologische Imkerei mit der BienenBox zugeschnitten und werden mittlerweile in über 30 deutschen Städten sowie in Österreich und der Schweiz angeboten.

Für dein erstes Bienenjahr kann es beruhigend sein, einen Imkerpaten zu  an der Seite zu haben, der dir eine Eins-zu-eins-Betreuung bieten kann. Auch die Vernetzung mit anderen Imker*innen kann sehr wertvoll sein. Schau dir die Imkervereine in deiner Nachbarschaft an – dort kannst du von den alten Hasen eine Menge lernen, wirst aber auch feststellen, dass nicht alle genauso mit ihren Bienen umgehen wie du. Imkervereine vertreten häufig noch konventionelle Ansätze und gelten als wenig offen für Veränderungen. Mach dir in deinem Imkerverein ein eigenes Bild! Wenn du dich lieber digital vernetzen möchtest, tritt gerne unserer Facebookgruppe bei!

Die Literatur zum Thema ist umfangreich; es gibt mehrere Fachzeitschriften (z. B. das Deutsche Bienenjournal), die sich mit der Bienenhaltung beschäftigen, und natürlich bietet das Internet Informationen zuhauf. Aber Achtung: Nicht alles ist seriös, nicht alles passt zu deiner Idealvorstellung von Bienenhaltung.

4. Wie finde ich einen geeigneten Standort?

Am schönsten ist es natürlich, die Bienen in deinem eigenen Garten aufzustellen. Die Bienenbox kannst du aber auch in den Hinterhof oder aufs Dach stellen oder sogar an deinem Balkon anbringen, wenn er stabil genug ist. Die Bienen sollten nicht den ganzen Tag nur Sonne oder Schatten haben, 50/50 wäre perfekt. Achte darauf, dass deine Bienen das ganze Jahr über von Frühjahr bis Herbst möglichst gleichmäßig Futter finden. Das ist in unseren Städten aber oft gegeben. Die Bienen sollten frei ein- und ausfliegen können und dabei niemanden stören, und natürlich musst du freien Zugang haben. Mehr zur Standortwahl findest du in unseren FAQ.

5. Muss ich Vermieter*in und Nachbar*innen informieren?

Bienenhaltung ist an den meisten Stellen ortsüblich und kann daher nicht verweigert werden. Es lohnt sich aber nicht, darüber einen jahrelangen Streit zu führen. Ob dein*e Vermieter*in zustimmen muss, ist von Fall zu Fall unterschiedlich (vor allem, wenn du die Bienenbox am Balkon anbringen möchtest). Generell empfehlen wir, den Nachbar*inen zu erklären, dass die Bienen sie nicht stören werden und nicht gefährlich sind. Nutze gerne unser Infoblatt: Bienen halten in Wohngegenden zur ersten Kontaktaufnahme. Ein Tipp: Ein Glas Honig hat schon viele Nachbar*innen überzeugt.

6. Wie baue ich die BienenBox auf?

Natürlich wird unsere Bienenbox mit einer ausführlichen Bauanleitung geliefert. Darin ist genau beschrieben, wie du sie im Garten oder auf dem Dach aufstellst oder am Balkon anbringst. Plane, je nach handwerklichem Geschick und Anzahl der Hände, um die zwei Stunden zum Aufbau ein! Du benötigst einen Hammer und einen Schraubenzieher und fürs Zusammennageln der Rähmchen etwas Geduld.

Du musst natürlich nicht mit der BienenBox starten. Es gibt viele verschiedenen Bienenbeuten und kein Richtig oder Falsch. Wähle eine Behausung, die deinen Bedürfnissen entspricht. Wir empfehlen Einsteiger*innen, sich für eine Trogbeute zu entscheiden, in der das Bienenvolk in einem zusammenhängenden Raum wohnt, also eine BienenBox, Einraumbeute oder Top Bar Hive. Einen Überblick über gängige Behausungsarten findest du hier.

7. Welches Zubehör benötige ich?

Für den Anfang brauchst du nur wenige Dinge. Der Stockmeißel ist das Universalwerkzeug für den Umgang mit Waben, Rähmchen und Beute. Mit ihm trennst du verkittete Waben, kratzt Propolis ab oder kannst im Notfall auch eine Schraube nachziehen. Ein Handbesen dient dem Abfegen von Bienen. Der Smoker sorgt mit seinem Rauch dafür, dass die Bienen auf der Wabe sitzen bleiben. Zum Schutz benötigst du eine feste, helle Jacke, einen Schleier und eventuell Handschuhe. Später brauchst du für die Honigernte auf jeden Fall noch Siebe und Eimer. Aber das hat noch ein bisschen Zeit. All das bekommst du in einem regionalen Imkerbedarfsgeschäft oder online.

8. Woher bekomme ich die Bienen?

Wir raten dir, mit einem Naturschwarm zu beginnen. Dafür gibt es mehrere mögliche Quellen. Bist du in einem Imkerverein, kann dir der Schwarmfänger dort einen vermitteln. Bekannte, die imkern, können vielleicht einen Kunstschwarm beisteuern. Online kannst du bei der Schwarmbörse oder auf Kleinanzeigen Plattformen vorbeischauen. Auch in unseren Imkerkursen unterstützen wir dich bei der Suche. Einen Überblick über die Möglichkeiten findest du nochmal im Bereich Basiswissen – woher kommen die Bienen.

9. Muss ich meine Bienen versichern?

Nicht unbedingt. Meist bist du es schon, denn bei den meisten privaten Haftpflichtversicherungen ist eine Bienenhaltung, die als Hobby ausgeführt wird, bereits mitversichert. Gehe in jedem Fall auf Nummer sicher und erfrage, ob deine Haftpflicht private Bienenhaltung abdeckt. Um gegen Schäden, die durch einen Bienenstich oder Verschmutzung entstehen könnten, versichert zu sein, kannst du auch in einen Imkerverein eintreten. Wenn du Mitglied im deutschen Imkerbund wirst, bist du durch die Mitgliedschaft versichert.

10. Was gibt es noch zu tun, bevor die Bienen zu mir kommen?

Du musst deine Bienenhaltung beim Veterinäramt anzeigen, bevor die Bienen bei dir einziehen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben – und es ist sinnvoll, denn dann wird dich der Amtstierarzt informieren, wenn in deinem Umfeld bestimmte Bienenkrankheiten auftreten. Dafür musst du dich bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung nach der zuständigen Stelle erkundigen und diese nach dem Einzug deiner Bienen telefonisch oder per E-Mail kontaktieren. In einigen Bundesländern musst du dich auch bei der Tierseuchenkasse anmelden. Informier dich unbedingt über alle lokalen Vorschriften und Besonderheiten, bevor du dir die Bienen nach Hause holst!