Woher kommen die Bienen?

Die Behausung steht, der Imkerkurs ist gebucht – und woher kommen jetzt die Bienen? Wir erklären dir, welche Arten von Schwärmen es gibt und wo du deinen herbekommst.

Schwärme

Das Schwärmen ist die natürliche Art der Fortpflanzung. Die Bienen erschaffen sich eine neue Königin und die alte Königin zieht mit der Hälfte des Volkes aus der Behausung aus. Diese Ansammlung von ca. 5000–10.000 Bienen und einer Königin nennt man Schwarm. Dieser Schwarm wird sich nicht weit von der alten Behausung niederlassen und dort nach neuen Plätzen Ausschau halten.

Bevor die Bienen jedoch weiterziehen, fängt bestenfalls der Bienenhalter diesen Schwarm wieder ein und bringt ihn in eine temporäre Behausung. Diese kleine Behausung ist nur eine Zwischenstation für die Bienen, bevor sie von dort aus in ihr neues Zuhause eingebracht werden.

Naturschwarm vs. Kunstschwarm

Naturschwarm

Einen Schwarm, der auf natürliche Art und Weise ohne Eingriff ins Bienenvolk entsteht, nennt man Naturschwarm. In einem Naturschwarm sind die Bienen sehr vital und bringen viel Energie mit, um ihre eigenen Naturwaben zu bauen. Ein Naturschwarm sollte immer die erste Wahl sein.

Du kannst dir selbst einen fangen – sobald der Bienenschwarm die Behausung verlassen hat, gehört er nicht mehr dem:der Imker:in und darf von jedem eingefangen werden. Wie immer gilt: Gesunden Menschenverstand benutzen! Bienenschwärme sind normalerweise friedlich, weil sie keine Behausung zu verteidigen haben. Sie können aber sehr hoch im Baum hängen – im Zweifel lieber nicht das eigene Leben mit Kletteraktionen gefährden!

Ein Naturschwarm, bereit eingesammelt zu werden 🙂

Kunstschwarm

Als Kunstschwarm bezeichnet man eineb Schwarm, der von einem Imker / einer Imkerin „künstlich“ hergestellt wird. Der:die Imker:in kombiniert hierbei Bienen aus einer oder mehreren Bienenbeuten mit einer Königin und bringt diese Kombination in eine temporäre Behausungen ein. Da die Bienen nicht auf das Schwärmen eingestellt waren, sind sie nicht so vital wie in einem Naturschwarm. Ein Kunstschwarm bietet sich als Alternative an, wenn der Einzug zeitlich abgestimmt werden soll bzw. bis Anfang/Mitte Juni kein Naturschwarm zur Verfügung steht. Der Kunstschwarm sollte aus mind. 1,5 kg Bienen bestehen und bestenfalls eine begattete Königin enthalten.

  • Ohne begattete Königin: Die Königin muss noch von Drohnen (außerhalb der BienenBox) begattet werden.
  • Mit begatteter Königin: Die Königin muss nicht mehr aus dem Stock für ihren Hochzeitsflug, sondern ist sofort legefähig.

Wir raten dir die Bienenhaltung mit einem Naturschwarm zu beginnen. Dies ist die natürliche Form der Fortpflanzung, und die Bienen bringen hierbei die meiste Energie mit.

Woher bekomme ich einen Schwarm?

Da die Nachfrage zumeist größer als das Angebot ist, solltest du dich frühzeitig um einen Schwarm kümmern. Grundsätzlich ist es besser, deine Bienen aus der umliegenden Region zu besorgen. Längere Transporte bedeuten für die Bienen Stress und fördern, vor allem wenn sie aus Übersee stammen, als sogenannte “Paketbienen”, den Austausch von Krankheiten.

Freunde und Bekannte

Wenn du dein Vorhaben im Freundes- oder Bekanntenkreis publik machst, kommt sicherlich der eine oder andere Kontakt zu einem Imker oder einer Imkerin zustande. Vielleicht entwickelt sich hieraus nicht nur eine gute Option auf einen Natur- bzw. Kunstschwarm, sondern auch eine Patenschaft.

Lokale Imkervereine oder einzelne Imker:innen (Google!)

Nimm Kontakt auf zu Imkervereinen oder einzelnen Imker:innen in deiner Gegend! Da konventionelle Imker:innen zumeist das Schwärmen unterdrücken, wird dir wahrscheinlich ein Kunstschwarm oder Ableger angeboten werden. Bei Verfechter:innen einer ökologischen Bienenhaltung oder bei anderen Bio-Imker:innen bekommst du durch die Schwarmunterstützung auch einen Naturschwarm.

Schwarmbörse

Die Schwarmbörse ist eine Online-Datenbank des Mellifera e.V. zur Vermittlung von Schwärmen. Sie unterstützt Anfänger:innen in Naturbau-Bienenbehausungen (wie der BienenBox) mit einem Anfänger:innenbonus, der zu einer bevorzugten Schwarmvermittlung führt.

Bitte melde dich als BienenBox-Imker:in NICHT im Bienenkisten-Netzwerk an. Das hat im Blick auf den Anfängerantrag bei der Schwarmbörse oder bei der Suche nach Gleichgesinnten keine Vorteile. Ganz im Gegenteil: Es führt nur zu Irritation und Verwirrung aufgrund des ähnlichen Namens bei grundverschiedenen Betriebsweisen.

Kunstschwarm im Internet bestellen

Wenn dir keine der drei Optionen weitergeholfen hat, gibt es ebenfalls die Möglichkeit, sich einen Kunstschwarm im Internet zu bestellen. Da Transportwege durch starke Erschütterung den Bienen schaden und die Verbreitung von Krankheiten durch weite Deplazierung gefördert wird, raten wir von sogenannten Paketbienen ab. Sie sollten die letzte Option sein, sich Bienen zu besorgen.

In unserem Imkerkurs unterstützen wir dich bei der lokalen Schwarmsuche.

Mit einer speziellen Schwarmfangkiste kann man mit etwas Glück und Geschick kostenlos einen Naturschwarm organisieren. Ein Eimer tut es aber auch!

Kosten

Mit ein bisschen Glück könntest du einen Schwarm auch von befreundeten Imker:innen geschenkt bekommen. Ansonsten belaufen sich die Kosten auf zwischen 50–130€.

Gesundheitszeugnis

Wenn du einen Schwarm besorgst, solltest du darauf achten, dass dieser nicht aus einem Faulbrutsperrbezirk heraus bzw. hineingebracht wird. Das zuständige Veterinäramt kann dich über aktuelle Sperrbezirke informieren. Bei einem Kunstschwarm kannst du ebenfalls ein Gesundheitszeugnis verlangen, welches dir bestätigt, dass das Muttervolk gesund ist.

So beginnst du mit einem Ableger

Was ist ein Ableger und wie kommt dieser in die Box?

Mit einem Ableger kann durch einen Eingriff in ein bestehendes Bienenvolk ein neues Volk geschaffen werden. Die Bienen kommen beim Ableger nicht als “nacktes” Volk zu dir, sondern bringen ihre Waben gleich mit. Diese Methode ist in der konventionellen Imkerei sehr beliebt.

Dein Ableger braucht ein Gesundheitszeugnis, das bestätigt, dass er frei von Krankheiten ist.

Die richtige Vorgehensweise

Ein Brutableger enthält zumeist:

  • zwei oder drei Brutwaben (mit aufsitzenden Bienen)
  • zwei Futterwaben (mit abgelagertem Honig)
  • eventuell eine Leerwabe

Diese Kombination an Waben wird in einem kleinen Kasten (Ablegerkasten) zwischengelagert und zu deinem Standort gebracht. Wenn dein:e befreundete:r Imker:in ein anderes Rähmchenmaß als das BienenBox-Maß Kuntzsch Hoch hat, ist die Ablegerbildung nicht auf herkömmlichem Weg möglich, sondern kann mit folgenden Herangehensweisen realisiert werden:

  • Du gibst ein paar deiner Rähmchen mit Mittelwänden deinem:deiner befreundeten Imker:in und er:sie hängt sie in die eigene Behausung. Dort werden die Bienen anfangen, die Waben auszubauen und ihre Brut abzulegen.
  • Du bekommst einen Ableger auf einem anderen Rähmchenmaß, den du „umwohnen“ musst – dazu findest du Video-Anleitungen im Internet.

Ein Ableger kann..

  • eine Königin enthalten: In diesem Fall können deine Bienen gleich loslegen.
  • keine Königin enthalten: In diesem Fall müssen sich deine Bienen noch eine neue Königin nachziehen. Dadurch dauert es länger, bis die Königin bereit ist, Eier zu legen.

Idealerweise bekommst du einen Ableger mit einer anhängenden Weiselzelle, die kurz vor der Verdeckelung steht. In diesem Fall würde das Rähmchen aus einem schwarmbereiten Volk stammen, mit einer Königin, die noch nicht geschlüpft ist.

Wenn du mit einem Ableger startest, solltest du auf jeden Fall in deinen Rähmchen Mittelwände einsetzen, da deinen Bienen die Baufreude des Schwarms fehlt.

Rähmchen mit Mittelwand in der BienenBox